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TOTEM

Christian Etongo (Yaoundé)

03.11. 11:00 – 12:00

Museum Fünf Kontinente

Eintritt frei

10:30 Uhr Einführung mit Claude Jansen in deutscher Sprache

Lieder in Ewondo, Sprachkenntisse nicht erforderlich

  • Rollstuhlgerecht

Das Totem ist in traditionellen afrikanischen Religionen ein Identifikationsobjekt, das eine Gruppe mit einer unerschütterlichen Verbindung zusammenhält. Häufig handelt es sich um eine von Symbolen bedeckte, vertikale Skulpur aus Holz. Der Kopf ist meist übergroß, denn als Sitz des Denkens gilt er als nobelster Teil des Körpers. Das vom Totem verkörperte Tier oder Gewächs wird als heilig angesehen und darf nicht gegessen oder gehandelt werden. Christian Etongos Arbeiten sind komplexe Aufstellungen, die Mythen und Rituale performativ überschreiben, um eine Art neuen (zentral-)afrikanischen Kulturbegriff zu begründen. In TOTEM agiert er als “Ngan'Ngan”,  eine Art Zeremonienmeister, und inszeniert die symbolische Rückführung eines Totems, das von einem anderen Clan gestohlen wurde. Auf der Bühne sind neun Masken in einem Kreis angeordnet, Etongo steht in ihrer Mitte und versucht, die verlorene zehnte Maske zurück zu beschwören. Es beginnt ein Ritual, das die Grenzen zwischen Inszenierung, Realität, spiritueller Welt und Theater verschwimmen lässt.

#Performance / Ritual  #Postkolonialismus  #Gemeinschaftsbildung  #Partizipation 

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Besetzung

Von und mit Christian Etongo

Biografie

Raphaël Christian Etongo, geboren 1972 in Yaoundé interessiert der körperliche Ausdruck: zunächst Tanz am Ende der 1980er Jahre, dann andere Ausdrucksformen wie Theater, Malerei und Literatur. Seit 1997 konzentriert sich Christian Etongo vornehmlich auf Performance. Bisher hat er ungefähr 30 Produktionen hervorgebracht und seine Arbeiten international präsentiert (Südafrika, Kamerun, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Niger, Schweiz, Norwegen, Finnland, Nigeria, Deutschland, Polen, Zimbabwe, Schweden). Die Arbeiten des nonkonformistischen Künstlers Christian Etongo sind stets eine Reise zwischen dem Flüchtigen und dem Ewigen, dem Endlichen und dem Unendlichen.

 

Claude Jansen studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität   Giessen. Sie ist Gründungsmitglied und Performerin der Performance-Gruppe She She Pop (1993-2000) – in dem Zeitraum arbeitet sie auch als DJ und Autorin. Bis 2012 war sie Teil des Leitungsteams des transnationalen Künstlerlabels Hajusom. Seither arbeitet sie als freie Dramaturgin und Kuratorin, unterrichtet an Universitäten, leitet Workshops und hält Vorträge – alle Tätigkeiten mit Fokus auf transnationale (künstlerische) Arbeits- und Vermittlungsprozesse zwischen Afrika und Europa.
Seit dem Jahr 1990 reist sie regelmäßig zu künstlerischen Forschungen und Kooperationen in diverse Länder Afrikas, wobei ihre Fragestellungen sich auf performative Ritual-Praktiken konzentrieren. Sie arbeitet zu Themen wie Animismus, politischem Aktivismus und Heilung in Kunst und Akademie. Im Jahr 2020 beginnt sie mit ihrem Programm: FEMALE DECOLONISATION – THE RE-ENACTEMENT OF THINGS, das sie in Kooperation mit Bisrat Negasi (M.Bassy Hamburg) entwickelt und durchführt.

Produktion und Realisierung

Realisierung in Zusammenarbeit mit dem Museum Fünf Kontinente