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MY BODY BELONGS TO ME

Laila Soliman | Ruud Gielens (Kairo | Antwerpen | Niedersachsen)

03.11. 18:00 – 20:00 hinzufügen

Gasteig Carl-Orff-Saal

Eintritt € 18,00 | Ermäßigt € 9,00

MY BODY BELONGS TO ME wird in einer Doppelvorstellung mit SOLO FÜR MARIA gezeigt.

Arabisch, Deutsch und Englisch mit deutschen und englischen Übertiteln

  • Alternative Sitz- und Liegemöglichkeiten
  • Rollstuhlgerecht
  • Induktive Höranlage

MY BODY BELONGS TO ME ist eine dichte und direkte Theaterarbeit, die in einem minimalistischen Bühnensetting von den Darstellerinnen getragen wird. Aus dem Sudan und Eritrea kommend sind sie Mitglieder einer selbst organisierten Gruppe, die sich gegen FGM (female genital mutilation / weibliche Genitalverstümmelung) einsetzt. In MY BODY BELONGS TO ME stehen die Aktivistinnen – Mütter, Hausfrauen und Berufstätige – auf der Bühne, singen traditionelle Frauenlieder und erzählen mit bemerkenswerter Offenheit ihre sehr individuellen Lebensgeschichten: vom Heranwachsen als Frauen, vom Eingriff und seinen Folgen, ihrem Weg nach Deutschland, von Unterstützung und Solidarität – fern von Klischees.

 

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Sonntag, 3. November, 18 Uhr

#Theater  #Körper und Repräsentation  #Engagement  #Feminismus 

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Besetzung

Konzept | Regie Ruud Gielens | Laila Soliman Koordination der Gruppe My body belongs to me Mai Shatta Mit Nihad Ahmed | Yodit Akbalat | Mona Habib Allah | Nadia Elsayed| Nagat Hamid | Abir Omer Produktionsleitung Swantje Möller Übersetzung Volkslieder Ishraga Mustafa Hamid Übertitel Raman Khalaf Mitarbeit Übertitel Swantje Möller | Anna Johannsen Übersetzung Übertitel Naomi Boyce | Sara El-Nager | Ishraga Mustafa Hamid | Najwa Sabra | Kurt Svatek Einrichtung Übertitel Ruud Gielens | Raman Khalaf Übersetzung ins Englische Corinne Hundleby

Biografie

Die ägyptische Theatermacherin Laila Soliman und der Belgier Ruud Gielens arbeiten seit 2011 immer wieder an gemeinsamen künstlerischen Projekten. Die Konstellationen, die sie für die einzelnen Arbeiten eingehen, sind jeweils unter-schiedlich. So haben sie etwa zusammen die von der Presse hoch gelobten Produktionen LESSONS IN REVOLTING (2011), LA GRANDE MAISON (2015) und MUSEUM OF THE STATE SECURITY SYSTEM (2015) inszeniert. Gielens produzierte Solimans jüngste Regie-Serie NO TIME FOR ART (2011-2014), HAWA EL HORREYA (2014) und ZIGZIG (2016). In diesen Stücken war er auch für Licht und Video verantwortlich. Soliman war ihrerseits Dramaturgin bei Gielens’ Inszenierungen von IN THE EYES OF HEAVEN (2016) und THE MEURSAULT INVESTIGATION(2017)

 

Laila Soliman (*1981) ist eine freie ägyptische Theaterregisseurin, Dramaturgin und Dramatikerin. Sie lebt und arbeitet in Kairo. An der American University in Kairo studierte sie Theater und machte ihren Master of Arts in Theater bei DAS Arts (AHK) in Amsterdam. Ihre Arbeiten wurden seit 2004 in Ägypten, Tunis, Libanon, Syrien und verschiedenen Ländern Europas gezeigt.

 

Ruud Gielens (*1977) ist ein vielseitiger Künstler, der in verschiedenen Bereichen der darstellenden Kunst tätig ist. Er ist Bühnenbildner und Lichtdesigner, realisierte Videodesigns und inszenierte an mehreren Theatern in Belgien und im Ausland. Er studierte Theaterregie an der Theaterschule RITS in Brüssel und unterrichtete nach seinem Abschluss dort die jungen, aufstrebenden Regisseur*innen.

 

Nihad Ahmed wurde in der Region al-Dschazira (Sudan) geboren. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne: Mahmoud (zehn Jahre alt) und Ahmed (dreieinhalb Jahre alt). Bevor sie 2014 von Libyen aus über das Mittelmeer, Italien und Frankreich nach Deutschland kam, hat sie in Ägypten und Libyen als Kinderfrau und Erzieherin gearbeitet. In Deutschland arbeitete sie zunächst zwei Jahre in einer Zahnarztpraxis sowie ein Jahr in einem Hotel. Neben ihrer Vorliebe für Singen, Schauspielen und Kochen möchte sie perspektivisch eine Ausbildung als Köchin machen, um in einem Restaurant zu arbeiten. Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem Sicherheit für sich und ihre Kinder.

 

Die in Rakubah (Sudan) geborene Eritreerin Yodit Akbalat ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von drei, acht, dreizehn und fünfzehn Jahren. Ihre Familie war bereits aufgrund des Kriegs in Eritrea in den Sudan geflüchtet. Ihr Hobby ist Singen und das Theater beschreibt sie als Möglichkeit, mit vielen Menschen zu kommunizieren. Früher hat sie als Teeverkäuferin und in einem Haarsalon gearbeitet; im Augenblick lernt sie Deutsch und interessiert sich für eine Ausbildung im Bereich der Sonderpädagogik. Sie ist 2015 mit dreißig Jahren auf der Flucht vor Kämpfern des „Islamischen Staats“ über Libyen, das Mittelmeer und Italien nach Deutschland gekommen.

 

Mona Habib Allah wurde in Kurdufan (Sudan) geboren. Sie hat in Khartum studiert und ging 2013 nach Libyen, wo sie als administrative Assistentin arbeitete. Von dort gelangte sie 2015 über das Mittelmeer und Italien nach Deutschland. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren. Mona Habib Allah liest gerne und geht in ihrer Freizeit schwimmen oder Fahrrad fahren. Derzeit studiert sie im fünften Semester Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik an der Technischen Universität Braunschweig und ist dort gleichzeitig studentische Mitarbeiterin im Bereich Studium und Lehre. Sie wünscht sich, dass ihre Oma diese Aufführung sehen könnte: „Vielleicht versteht sie dann“.

 

Die in Kusti (Sudan) geborene Nadia Elsayed ist ledig und hat keine Kinder. Sie hat im Sudan zunächst als Lehrerin, dann als Erzieherin gearbeitet und schließlich ihre eigene Reinigungsfirma gegründet. Sie joggt regelmäßig, sitzt gerne am Strand und träumt davon, dass sie eines Tages einen deutschen Pass bekommt, weiter studieren kann und eine gute Stelle als Sozialarbeiterin oder Kindergärtnerin findet. Aktuell hat sie einen Minijob als Reinigungskraft in einem Supermarkt und absolviert ein Kontaktstudium im Bereich pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft. Sie kam als Begleiterin für ihre Mutter, die hier medizinisch behandelt wurde, nach Deutschland: mit dem Flugzeug von Khartum über Istanbul nach Hannover. Nach dem Tod ihrer Mutter ist sie geblieben, weil auch ihre Brüder hier leben.

 

Nagat Hamid, in Omdurman (Sudan) geboren, ist ebenfalls ledig und hat keine Kinder. Sie hat im Sudan als Sozialpädagogin und psychologische Beraterin gearbeitet und war Projektkoordinatorin bei verschiedenen NGOs. Ihre Hobbies sind Reisen, Tanzen und Singen. Anknüpfend an ihre NGO-Arbeit würde sie gerne auch hier in Deutschland Geflüchtete beraten und sie darin unterstützen, ihre Traumata mit Hilfe von theatertherapeutischen Ansätzen zu bearbeiten. Das Theater sieht sie als Weg, sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinander zu setzen. Nagat Hamid wünscht sich, dass ihr Bruder das Stück sehen kann – er hat mit Erfolg dafür gekämpft, dass seine jüngeren Schwestern nicht beschnitten werden.

 

Abir Omer wurde in Khartum (Sudan) geboren und ist Buchhalterin von Beruf. Im Februar 2014 kam sie über Italien, Norwegen und Schweden nach Deutschland. Sie ist verheiratet und hat Kinder im Alter von fünf, neun und zehn Jahren. Abir Omer malt gerne und mag die neuen Erfahrungen, die sie im Theater sammelt. Derzeit arbeitet sie mit ein- bis dreijährigen Kindern im Rahmen eines innovativen Spiel- und Lernprogramms namens „Opstapje“, das sich an Familien mit Migrationshintergrund richtet. Sie wünscht sich ein erfolgreiches und erfülltes Berufsleben im Bereich Sozialarbeit.

Produktion und Realisierung

Produktion Festival Theaterformen Ko-Produktion SHISH VZW Im Rahmen von Entangled Histories gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes Gefördert durch das Goethe-Institut