Logo Spielart 2019 Logo Spielart 2019
">open sub navigation

Alle

BANATABA

Faustin Linyekula (Kisangani)

25.10. 18:00 – 19:00

Haus der Kunst

Eintritt € 14,00 | Ermäßigt € 7,00

Englisch mit deutschen Übertiteln

  • Rollstuhlgerecht

Der Tänzer, Choreograf und Storyteller Faustin Linyekula sagt, dass Gegenstände ihn nie interessiert haben. Dennoch ist es ein Gegenstand, der ihn bewegt, mit seiner Mutter und seinem Onkel die beschwerliche Reise in das Dorf seiner Vorfahren anzutreten – eine Skulptur, gefunden in den Lagerräumen des Metropolitan Museums. In New York scheint sie es nicht wert, ausgestellt zu werden. In den Lengola-Dörfern aus denen sie stammt, stünde sie wohl auf dem Dorfplatz, ungeschützt, doch im Gegenzug für alle Bewohner*innen zugänglich. Indem er einen lokalen Künstler beauftragt, eine Kopie der Statue anzufertigen, transportiert Linyekula sie symbolisch zurück an ihren Ursprungsort und reflektiert auf das Unrecht des kolonialen Kunstraubes. In der Tanzperformance, die aus dieser Reise entstand, stellen er und die Tänzerin Moya Michael sich Fragen zum Zusammenhang von lokaler Kunstgeschichte und kollektiver Identität. Wenn Masken und Statuen die Archive kongolesischer Dörfer sind, wie können ihre Communities in Kontakt zu ihrer geplünderten Vergangenheit bleiben? Was bleibt übrig von den Geschichten, die den Objekten innewohnen, wenn sie ihrem Entstehungsort entrissen werden?
 

Faustin Linyekula zeigt bei SPIELART 2019 zwei Arbeiten. CONGO ist am 5. und 6.11. zu sehen.

 

Karten kaufen
Freitag, 25. Oktober, 18 Uhr – eventuell Restkarten an der Abendkasse

#Tanzperformance  #Postkolonialismus 

Lesen Sie mehr:

Besetzung

Künstlerische Leitung Faustin Linyekula Performance Moya Michael, Faustin Linyekula Video | Ton Faustin Linyekula  Foto Loys Linyekula 

Biografie

Faustin Linyekula lebt und arbeitet in Kisangani, im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, ehemals Zaire, ehemals Belgisch-Kongo, ehemals Kongo-Freistaat. Nach seinem Literatur- und Theaterstudium in Kisangani zog Linyekula nach Nairobi, wo er 1997 Kenias erste zeitgenössische Tanzkompanie mitbegründete. Nach seiner Rückkehr in den Kongo gründete er in Kinshasa 2001 die Studios Kabako, die sowohl Trainingsprogramme für Tanz und Theater anbieten, als auch Recherchen und Produktionsprozesse unterstützen. Seit 2007 befinden sich die Studios in Kisangani und wurden um die Felder Musik, Film und Video erweitert. Zudem arbeiten sie mit den Communities des Lubunga District an Bildungs-, Trinkwasser-, Nachhaltigkeits- und Umweltprojekten. Faustin Linyekulas Theaterarbeiten touren weltweit. 2016 war Faustin Linyekula Associate Artist in Lissabon, 2019 des Holland Festivals Amsterdam. 2018 gewann er das erste Soros Arts Fellowship. In den letzten Monaten brachte er CONGO beim Kunstenfestivaldesarts (bei SPIELART zu sehen am 5. und 6. November) und HISTOIRE(S) DU THÉATRE beim Avignon Festival zur Premiere.

 

Seit sie 1997 von Südafrika nach Brüssel gezogen ist, ist Moya Michael aus dem Performance Art-Ökosystem Belgiens nicht mehr wegzudenken. Sie studierte an der PARTS School for contemporary dance (Brüssel), verbrachte danach fünf Jahre in London und war Gründungsmitglied der Akram Khan Company. 2005 kehrte sie zurück nach Belgien, um mit Anne Teresa de Keersmaeker und ihrem Ensemble Rosas zu arbeiten, wo sie in vielen Eigenproduktionen und Repertoirestücken zu sehen war. Sie tanzte außerdem in Produktionen von Sidi Larbi Cherkaoui, Damien Jalet und Mårten Spångberg. In letzter Zeit gab es drei prägende Wendepunkte in ihrer Karriere als Künstlerin: Der erste war, als sie 2013 DARLING mit Igor Shyshko produzierte – eine Reflexion über die persönlichen Linien und Schichten von Identität. Diesem konzeptuellen Faden folgte sie auch in der Zusammenarbeit mit Faustin Linyekula für das Solo THE DIALOG SERIES IV: MOYA und bei ihrer gemeinsamen Reise nach Johannesburg und Kisangani, auf der sie den Geburtsort der/des jeweils anderen kennenlernten. Zur Zeit tourt Moya Michael mit COLOURED SWANS, einer Reihe von kollaborativen Solos über Identität: COLOURED SWANS 1: KHOISWAN, eine Zusammenarbeit mit Tracey Rose, COLOURED SWANS 2: ELDORADO, mit David Hernandez und COLOURED SWANS 3: HARRIET'S REMIX.

Produktion und Realisierung

ProduktionStudios Kabako | Virginie Dupray Koproduktion Metropolitan Live Arts (New York) Mit Unterstützung von Royal Museum for Central Africa, French Institute Alliance Française in New York (FIAF)
 

Realisierung in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kunst