24.10.  10 – 17.30 Uhr
Haus der Kunst

 

25.10.  10.30 – 18 Uhr
Haus der Kunst

 

26.10.  10 – 13 Uhr
Muffatwerk



 

 

Das mehrteilige Projekt SHOW ME THE WORLD analysiert und diskutiert erstmals im Theaterbereich grundsätzlich und international das Kuratieren und Veranstalten in einer global vernetzten Welt. Es wirft dabei u.a. Fragen auf zu gängigen Exotismen in der kuratorischen Praxis, zur Etablierung einer globalen Ethik des Veranstaltens, zu hegemonialen oder horizontalen Beziehungen in der Präsentation von Kunst und zum Ethno- oder Eurozentrismus im Festivalbetrieb unserer Zeit.
Nach Vorbegegnungen in vier Kontinenten und einer ersten öffentlichen Diskussionsrunde in Mülheim an der Ruhr im April dieses Jahres fand vom 24. bis 26. Oktober 2015 das abschließende Symposium mit namhaften internationalen Spezialisten und einem intensiven Vortrags-, Diskussions- und Workshop-Programm beim SPIELART Festival in München statt. Mit Rolf Abderhalden (Bogotá), Jelili Atiku (Lagos), Anja Dirks (Fribourg), Ahmed El Attar (Kairo), Judy Hussie-Taylor (New York) sowie Ong Keng Sen (Singapur) konnten bekannte internationale KuratorInnen gewonnen werden, die in sog. »area studies« das Kuratieren und Veranstalten in ihrer jeweiligen Region vorstellten und mit namhaften KollgeInnen wie André Lepecki, Adrian Heathfield, Jay Pather und Suely Rolnik diskutierten. Zwei Workshop-Sessions vertieften Einzelaspekte und widmeten sich gezielt den individuellen Fragen der Münchner Symposiumsbesucher.

SHOW ME THE WORLD ist ein Projekt von SPIELART Festival 2015 mit den Goethe-Instituten in Bogota, Kairo, Lagos, München, New York, São Paulo und Singapur sowie dem NRW KULTURsekretariat, dem Impulse Theater Festival, der Theaterwissenschaft München, dem Ringlokschuppen Ruhr und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.






VIDEO-DOKUMENTATION

Unter den verschiedenen Programmpunkten finden Sie die Aufzeichnungen der Vorträge und Diskussionen.

Die Dokumention von SHOW ME THE WORLD in Mülheim finden Sie am Ende der Seite.
Dort sind  auch 4 Kuratorenporträts dokumentiert, die von Studierenden eines Seminars verfasst wurden, das anlässlich SHOW ME THE WORLD an der LMU München stattfand.




SHOW ME THE WORLD
München | 24.10. + 25.10.2015
Haus der Kunst

Samstag, 24.10.
Haus der Kunst | München
10.00 – 10.30
Tilmann Broszat | Johannes Ebert | Sigrid Gareis (München | Berlin)
WILLKOMMEN
 

 

Biografie
Tilmann Broszat (München)
ist bis heute künstlerischer Leiter des 1995 von ihm gegründeten SPIELART Festivals. Außerdem ist er Producer und Managing Director zweier Festivals der Landeshauptstadt München: MÜNCHENER BIENNALE – Internationales Festival für neues Musiktheater (seit der Gründung 1986) und DANCE (seit 1998). 2008 erhielt er den Theaterpreis der Stadt München (SPIELART Festival). Von 2001 bis 2006 lehrte er außerdem Kulturmanagement an der Bayerischen Theaterakademie.1993 war er Organisationsleiter des Festivals THEATER DER WELT in München. Von 1986 bis 1993 arbeitete er als Producer und Miteigentümer von ART BUREAU München in internationalen Theaterproduktionen und Koproduktionen. Von 1983 bis 1985 war er Organisationsleiter des Internationalen TheaterFestivals München. Er studierte Soziologie (Diplom), Sozialpsychologie und Philosophie in München und Aix-en-Provence.

Johannes Ebert
(München)
ist seit 2012 Generalsekretär des Goethe-Instituts. Er studierte Islamwissenschaft und Wissenschaftliche Politik in Freiburg und in Damaskus. Nach Stationen als Dozent am Goethe-Institut in Prien, als Referent für Sprachkursarbeit am Goethe-Institut Riga und als stellvertretender Leiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit in der Münchner Zentrale leitete er von 1997 bis 2002 das Goethe-Institut Kiew. Von 2002 bis 2007 war er Leiter des Goethe-Instituts Kairo und der Region Nordafrika/Nahost. Anschließend leitete er von 2007 bis 2012 das Goethe-Institut Moskau und die Region Osteuropa/Zentralasien.

Sigrid Gareis
(Berlin)
Für das Münchner Siemens Arts Programm baute die studierte Anthropologin Sigrid Gareis die Abteilungen für Darstellende Kunst und Internationale Kulturarbeit auf, als Mitinitiatorin von Tanz- und Theaterfestivals engagierte sie sich in Moskau, München, Nürnberg und Greifswald. Von 2000 bis 2009 wirkte sie als erste Direktorin des Tanzquartiers Wien, von 2005 bis 2007 fungierte sie als Gründungspräsidentin des European Dance House Network (EDN), von 2011 bis 2014 war sie Gründungsdirektorin der Akademie der Künste der Welt in Köln. Sigrid Gareis lehrt Kuratieren in den Bereichen zeitgenössischer Tanz und Theater an Universitäten und Kunsthochschulen in Wien, München, Salzburg, Gießen und Leipzig. Als Gutachterin war sie für die Akademie der Bildenden Künste in Wien und die Amsterdam School of the Arts tätig. Die Autorin mehrerer Bücher kuratierte selbst zahlreiche Projekte und Veranstaltungen und ist Mitglied mehrerer Jurys.

 

10.30 – 11.30
Vortrag
André Lepecki (New York | Rio de Janeiro)
DECOLONIZING CURATORIAL IMAGINATION: CURATING THE WILD-THING.
Moderation: Florian Malzacher (Berlin)
 
ABSTRACT
In this talk, I will engage in a double critique of curatorial imagination, particularly in the con text of curating performance: First, that curatorial imagination is always expressive of chrono-political constructions of self and other; and second, that these constructions perform and reify subtle aesthetics of representation. Drawing from post-colonial theory, particularly from Spivak and from Bhabha, and from critical black studies, particularly from‘ Fred Moten, Kodwo Eshun, and Michelle Wright, I will discuss the reception and politics of display of several works in experimental choreography, visual arts, and performance art, in order to consider how their inclusion in festivals, exhibitions, and artistic events reproduce and secure a practice of the exclusion of their political-aesthetic potentiality. Provocatively, I will call this potentiality, this decolonizing, troubling and highly aesthetic force, wild thing.

 

Biografie
André Lepecki (New York | Rio de Janeiro)
Der Autor, freie Kurator und Dramaturg André Lepecki lehrt als Außerordentlicher Professor im Fachbereich Performance Studies an der New York University und ist Gastprofessor an der Stockholmer Universität der Künste DOCH. 2008 und 2009 war er Chefkurator des Festivals IN TRANSIT im Haus der Kulturen der Welt, Berlin; für die Ausstellung MOVE:CHOREOGRAPHING YOU der Hayward Gallery wirkte er 2010 als Ko-Kurator des Archivs DANCE AND VISUAL ARTS SINCE THE 1960S. AICA Award for Best Performance für seine Mitwirkung als Kurator und Regisseur an der offiziellen Reinszenierung von Allan Kaprows 18 HAPPENINGS IN 6 PARTS (2006). Lepecki kuratierte die Vortragsreihe POINTS OF CONVERGENCE: PERFORMANCE AND VISUAL ARTS (2014) sowie die Reihe OFF-HINGE / OF CENTER: ALTERNATIVE HISTORIES FOR PERFORMANCE (2015) für das MoMA-W. Als Herausgeber zeichnete André Lepecki für die Anthologien DANCE (2012), PLANES OF COMPOSITION: DANCE, THEORY AND THE GLOBAL (2009, mit Jenn Joy), THE SENSES IN PERFORMANCE (2007, mit Sally Banes) und OF THE PRESENCE OF THE BODY ( 2004) verantwortlich. Lepeckis erstes Buch EXHAUSTING DANCE: PERFORMANCE AND THE POLITICS OF MOVEMENT (2006) wird aktuell in zehn Sprachen übersetzt.

Florian Malzacher (Berlin)
Kurator und Künstlerischer Leiter des Impulse Festivals

 

11.30 – 12.15
Rolf Abderhalden | Ong Keng Sen (Bogotá | Singapur)
KURATOREN IM DIALOG
 

 

Biografie
Rolf Abderhalden (Bogotá)
Der schweizerisch-kolumbianische transdisziplinäre Künstler und Kunstprofessor der Staatlichen Universität von Kolumbien studierte Kunst-Therapie an der Ecole de Hautes Études en Sciences Sociales et Pédagogiques in Lausanne, und Schauspiel an Jacques Lecoqs International Theatre School in Paris. MA für Bildende Kunst an der Staatlichen Universität von Kolumbien, Promotion in Ästhetik, Wissenschaft und Technologie der Kunst an der Universität Paris 8. Rolf Abderhalden gründete den Interdisziplinären Masterstudiengang Theater und Live Arts der Staatlichen Universität von Kolumbien in Bogotá. Zusammen mit Heidi Abderhalden initiierte und leitet er das Mapa Teatro-Lab, wo sie das Projekt EXPERIMENTA/SUR, eine transdisziplinäre Plattform für erweiterte Dramaturgie und Live Arts in Lateinamerika, kuratieren. Abderhaldens Arbeiten bewegen sich zwischen Theater, Performance und Bildender Kunst. Seine Themen sind das kollektive Gedächtnis und die Praxis der Performance in gesellschaftlichen Zusammenhängen als Experimente an »lebendigen Archiven«.

Ong Keng Sen
(Singapur)
ist Künstlerischer Leiter des neuen Singapore International Festival of Arts und hat als Performanceregisseur bedeutende Beiträge zur Entwicklung und Globalisierung der asiatischen Ästhetik in der zeitgenössischen Kunst geleistet. Die künstlerischen Arbeiten des Absolventen des Postgraduiertenstudiums der Tisch School of the Arts der New York University und Juristen werden weltweit gezeigt. Als Künstlerischer Direktor von TheatreWorks schuf er das berühmte  FLYING CIRCUS PROJECT. Er gründete das Arts Network Asia und engagiert sich bei der Förderung und Beratung junger Künstler. Zu den Auszeichnungen des Fulbright Stipendiaten zählen der Young Artist Award (1992) und der Cultural Medallion Award (2003). 2001 bis 2003 war Ong Keng Sen Direktor des In-Transit Festivals in Berlin. In den vergangenen drei Jahren war er Mitglied der Prince Claus Foundation Jury. 2010 erhielt er den renommierten Fukuoka Asian Arts and Culture Preis.

 

12.30 – 13.30
Vortrag
Elvira Dyangani Ose (London)
ABOUT BEING-TOGETHER
Moderation: Gero Tögl
 
 

ABSTRACT
There is a recurring portrayal by artists and projects featured in the current edition of Göteborg International Biennial tor Contemporary Art (GIBCA) of the crowd — or individuals within it — as a visual representation of the new social imaginary emerging from specific historical junctures. In those particular cases, the crowd the people — embodies the promised sense of togetherness anticipated by leaders and followers of the most significant 2Oth Century revolutionary movements. A sense of togetherness that, as Boris Buden points out always implies the quality of being a refuge or shelter, of pro viding protection from some sort of danger. This presentation draws from some of the ideas and works display at GIBCA 2015 that aim to scrutinize the grammar of various sociopolitical junctures, bringing unknown subjectivities and politics to light; highlighting aspects of an international comradeship: and seeking to open up and expand the readings of contemporary history.

 

Biografie
Elvira Dyangani Ose (London)
ist Dozentin für Visual Cultures am Goldsmiths und Kuratorin der aktuellen Göteborg International Biennial for Contemporary Art, Tate Modern, das Centro Atlántico de Arte Moderno und das Centro Andaluz de Arte Contemporáneo. Sie war Künstlerische Leiterin der Rencontres Picha, Lubumbashi Biennale (2013) und Gastkuratorin der Triennale SUD, Salon Urbain de Douala (2010). Zu ihren wichtigsten Projekten zählen IBRAHIM EL-SALAHI: A VISIONARY MODERNIST (2013), ACROSS THE BOARD (2012-2014), CARRIE MAE WEEMS: SOCIAL STUDIES (2010), ARTE INVISIBLE (2009, 2010) sowie OLVIDA QUIEN SOY/ERASE ME FROM WHO I AM (2006). Dyangani Ose schreibt aktuell ihre Dissertation an der Cornell University, New York.

Gero Tögl (München)
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theaterwissenschaft der LMU.

 

13.30 – 14.15
Diskussion
Alhena Katsof | Akira Takayama | Ana Zirner (New York | Tokyo | München)
TO PERFORM OR TO BE PERFORMED IN A GLOBAL WORLD
Moderation: Katja Schneider
 
 

 

Biografie
Alhena Katsof (New York)
Kuratorin und Autorin in New York, ist seit 2011 als Director of Strategy and Protocol für Public Movement tätig. Ihr Buch (als Koautorin) SOLUTION 263: DOUBLE AGENT erschien im Rahmen der Solution Series bei Sternberg Press. Zusammen mit Dana Yahalomi, Director Public Movement, produzierte Katsof die Performances DEBRIEFING SESSION I und DEBRIEFING SESSION II. Sie trat an der FU Berlin, IASPIS (Stockholm) und SITAC XI (Mexico City) auf. Katsof organisierte Ausstellungen und Performances in New York mit White Columns, Andrew Kreps Gallery, Regina Rex, Leo Koenig Inc und Lucie Fontaine. 2014 kuratierte sie TOWARDS THE UNKNOWN, eine Wanderausstellung mit Zeichnungen des Musikers und Malers Yusef Lateef. Alhena Katsof lehrt am Center for Curatoral Studies des Bard College (Annandale-on-Hudson) und hält Vorträge am Center for Experimental Lectures.

Akira Takayama (Tokyo)
Akira Takayama (* 1969) gründete Port B 2002. Takayama entwickelt Projekte, die den bestehenden Rahmen des Theaters aufbrechen und sich kollaborativ mit anderen Medien vernetzen. Er arbeitet an der zeitgenössischen Form einer sogenannten »Architektur des Theaters«, bei der er die Praxis des Theaters und des Publikums in die Gesellschaft und den städtischen Raum hinein erweitert. Takayamas zuschauerzentrierte Arbeiten sind der Versuch, ein Theater zu erfinden, das über den physischen Theaterraum hinausgeht und sich als neue Plattform mit verändertem Funktionsrahmen in der Gesellschaft etabliert. In den letzten Jahren entwickelte er Arbeiten in diversen Genres, unter anderem Tourismus, Stadtplanung, Kunst, Literatur, Mode und Massenmedien. Dabei nutzt er Ideen des Theaters, um neue Potentiale in einem breiten Spektrum von Medien und Disziplinen zu erschließen.

Ana Zirner (München)
lebt als Regisseurin und Kulturmanagerin in München. 2012 gründete sie das Künstlerkollektiv satellit produktion, mit dem sie aus dokumentarischem Material Tanz- und Theaterprojekte zu politischen und sozialen Themen entwickelt. Das Projekt FRÜHLING UND HOFFNUNG gewann 2012 den Folkwang Preis für Darstellende Künste. Die Produktion FREI WILLIG ARBEITEN erhielt 2015 am Residenztheater den Kurt Meisel Preis. Die neue produktion HIATUS – EIN PROJEKT ÜBER BETTLER UND PASSANTEN hat beim SPIELART Festival 2015 Premiere. Als Kulturmanagerin war Ana Zirner 2014 in der Künstlerischen Leitung der Münchner Kammerspiele, sowie 2013 im Leitungsteam des freien Theaters PATHOS in München beschäftigt. Sie ist aktives Mitglied verschiedener internationaler Kulturnetzwerke und Alumna des EFA Atelier for Young Festival Managers 2015 in Beirut. Internationaler Austausch und internationale Zusammenarbeit sind ein Kern von Ana Zirners künstlerischer und kulturpolitischer Arbeit.

Katja Schneider (München)
ist Studiengangskoordinatorin Master Lecturer / wissenschaftliche Mitarbeiterin für besondere Lehraufgaben Forschungszentrum SaM.

 

15.15 – 17.30
Rolf Abderhalden | Jelili Atiku | Anja Dirks | Ahmed El Attar | Judy Hussie-Taylor | Ong Keng Sen (Bogotá | Lagos | Fribourg | Kairo | New York | Singapur)
ARBEITSGRUPPEN
 
Rolf Abderhalden (Bogotá):
Artists and curators: a dialogue between cooks and chefs

Today, it seems that no artist can access or participate to the various platforms of the art world (increasingly global) without passing through the mediation of an external agent, called “curator,“ to legitimize his presence, his form of appearance, and modes of production of his work. I refer to the traditional figure of the cook to reflect upon the work of the artist that, in contemporary practices, has to negotiate with a “curatorial“ figure, almost always at the service of a prestigious corporate brand: the chef. From the concrete - ethics, aesthetics, and politics - observation of different ways of preparation, cooking, and presentation of an artistic work and the relationship with external agents that affect its future, we will try to discern and problematize different tactics of dialogue, negotiation, and joint resistance between these two figures, inseparable from the artistic event of our times.

Jelili Atiku
(Lagos):
Colonization: post-/anti-/de-colonization

Between 1901 and 1936, Petrovich Pavlov, the Russian Physiologist conducted far-reaching conditioning experiments that fired curiosity of scientific world on conditioning behaviors. Numerous festival across the world such as Adelaide Festival, BIIEF, Dublin Theatre Festival or Miami Performance Festival have succinctly signals and aged existence of conditioned / colonized methods of presenting, organizing and doing performances and its related events in the field of performance. As also discovered and proved by Pavlov, behavioral conditions and habits or response as well methodology of doing and presenting can be unlearned and de-colonized or extinguished, but the question is HOW? In dealing with this question, the statement by Frantz Fanon in A Dying Colonialism (1959) sur faces. Fanon says, “There is not occupation of territory on the one hand and independence of persons on the other. It is the country as a whole, its history, its daily pulsation that are contested, disfigured, in the hope of a final destruction. Under these conditions, the individuals breathing is an observed, an occupied breathing. It is a combat breathing“.

Anja Dirks
(Fribourg):
Developing criteria and set-ups for intercontinental curating

How to surpass eurocentrism when curating on an intercontinental level? By what criteria beyond “new“ and “exotic“ can programs be developed? Which set-ups and contextualization are necessary, and which ones are harmful? What does relevance mean in a highly decentralized, diversified and globalized world? Which representations of “international“ are to be staged in societies marked by migration? The workshop attempts through discussion to find some answers to these questions.

Ahmed El Attar
(Kairo):
Curatorial questions of nationality and the role of the national culture institutes

10 navigate around, within, and beyond conventions, identities, politics, and economics are the essence of the curatorial challenge. An ever changing environment where the only constants are one‘s own intuition, analysis, and vision - not only of art but of all the elements - that shape the artistic process and production.

Judy Hussie-Taylor
(New York):
Curating value in local and global context

The act of curating establishes a value system. What or who is it we are valuing tor devaluing) in performance curation and in what context(s)? How can curatorial praxis be an inquiry, or multiple inquiries, tuned into real conditions and relationships? We will consider two case studies: Eiko Otake‘s A BODY IN FUKUSHIMA and Ralph Lemon‘s MoMA series ON VALUE. In the second part of the laboratory we will collectively generate lines of inquiry relevant to our current situations. How can lines of inquiry open up new curatorial possibilities in relationship to specific peoples, places, politics, spaces, and states of mind?

Ong Keng Sen (Singapur):
Processing the festival

How can curators elaborate on the ideas and themes of the festival to build ownership by audiences? What are the strategies that we can employ? How can we design processes to engage diverse audiences with the broad ideas and the specific concepts in the festival? Overall, how are we communicating with audiences in the “white noise“ of social media in this globalized era? Can this be built into the content of the festival rather than just be a publicity mechanism?

 

Biografie
Rolf Abderhalden (Bogotá)
Der schweizerisch-kolumbianische transdisziplinäre Künstler und Kunstprofessor der Staatlichen Universität von Kolumbien studierte Kunst-Therapie an der Ecole de Hautes Études en Sciences Sociales et Pédagogiques in Lausanne, und Schauspiel an Jacques Lecoqs International Theatre School in Paris. MA für Bildende Kunst an der Staatlichen Universität von Kolumbien, Promotion in Ästhetik, Wissenschaft und Technologie der Kunst an der Universität Paris 8. Rolf Abderhalden gründete den Interdisziplinären Masterstudiengang Theater und Live Arts der Staatlichen Universität von Kolumbien in Bogotá. Zusammen mit Heidi Abderhalden initiierte und leitet er das Mapa Teatro-Lab, wo sie das Projekt EXPERIMENTA/SUR, eine transdisziplinäre Plattform für erweiterte Dramaturgie und Live Arts in Lateinamerika, kuratieren. Abderhaldens Arbeiten bewegen sich zwischen Theater, Performance und Bildender Kunst. Seine Themen sind das kollektive Gedächtnis und die Praxis der Performance in gesellschaftlichen Zusammenhängen als Experimente an »lebendigen Archiven«.

Jelili Atiku (Lagos)
Der nigerianische Multimediakünstler Jelili Atiku wurde 1968 in Ejigbo/Nigeria geboren. Sein Interesse gilt den politischen Themen Menschenrechte und Gerechtigkeit. In seiner künstlerischen Arbeit setzt er sich mit den psychosozialen und emotionalen Folgen traumatischer Erfahrungen von Gewalt, Krieg, Armut, Korruption und Klimawandel auseinander. Er studierte an der Ahmadu Bello University, Zaria und der University of Lagos, wo er seinen BA in Schönen Künsten und seinen MA in Bildender Kunst erwarb. Jelili Atiku ist Projektmanager von ArtAfrica Nigeria, Chefkoordinator von Advocate for Human Rights Through Art (AHRA) und Künstlerischer Leiter des afrikanischen Performancekünstlerkollektivs AFiRIperFOMA. Seine Performances, Ausstellungen und Lectures präsentiert er in Afrika, Asien und Europa. Aktuell lehrt er Bildhauerei am Fachbereich Kunst und Industriedesign der Lagos State Polytechnic.

Anja Dirks (Fribourg)
Die Künstlerische Leiterung des Belluard Festival in Fribourg (CH), Anja Dirks (* 1970), studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Von 1989 bis 1999 arbeitete sie in Berlin, u.a. als Assistentin am Schillertheater, an der Volksbühne und in der freien Theaterszene der Stadt. 2002 assistierte sie Matthias Lilienthal bei Theater der Welt, anschließend gestaltete sie Programme am FFT Düsseldorf und von 2004 bis 2007 am Theaterhaus Gessnerallee in Zürich. Für die Wiener Festwochen kuratierte sie 2008 das forum festwochen. Von 2009 bis 2014 war sie Künstlerische Leiterin des Festivals Theaterformen in Braunschweig und Hannover.

Ahmed El Attar (Kairo)
Der ägyptische Theaterregisseur, Übersetzer, Dramatiker und Kulturmanager Ahmed El Attar ist Gründer und General Manager der Studio Emad Eddin Stiftung, die freien Künstlern Probe- und Übungsräume zur Verfügung stellt, sowie Gründer und Künstlerischer Leiter von Orient Productions, der Temple Independent Theatre Company und des D-CAF (Downtown Contemporary Arts Festival). El Attar wirkt als Künstlerischer Leiter des Falaki-Theaters in Kairo. Seine Produktionen kommen in Ägypten, Libanon, Jordanien, Schweden, Portugal, Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich, Schweiz, Italien, Kroatien, Montenegro, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Bühne. Die arabische Ausgabe der Newsweek zählte El Attar 2005 zu den 42 einflussreichsten Persönlichkeiten für den Wandel in der arabischen Welt. Neben anderen Auszeichnungen erhielt er 2013 den Pioneers of Egypt Award der amerikanischen Synergos Foundation.

Judy Hussie-Taylor (New York)
ist Kuratorin und Executive Director des Danspace Project (NYC) sowie Mitgründerin, Beraterin und Mitglied des Lehrkörpers des Institute for Curatorial Practice in Performance (ICPP) der Wesleyan University. Die ehemalige Direktorin des Colorado Dance Festival (CDF) wirkte in der Vergangenheit als Künstlerische Leiterin für die Performance-Programme am Boulder Museum of Contemporary Art und als Stellvertretende Direktorin des Museum of Contemporary Art/Denver. Von 2000 bis 2004 lehrte sie am Fachbereich Kunst und Kunstgeschichte der University of Colorado-Boulder, wo sie auch als Ausschussmitglied und Interims-Leiterin des Künstlerbesuchsprogramms tätig war. Anlässlich des 50. Geburtstags des Judson Dance Theater kuratierte sie die renommierte PLATFORM 2012: JUDSON NOW. 2013 lobte die New York Times sie als eine der »Movers and Shapers« in New York. 2014 wurde sie mit dem Chevalier de L’Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet.

Ong Keng Sen (Singapur)
ist Künstlerischer Leiter des neuen Singapore International Festival of Arts und hat als Performanceregisseur bedeutende Beiträge zur Entwicklung und Globalisierung der asiatischen Ästhetik in der zeitgenössischen Kunst geleistet. Die künstlerischen Arbeiten des Absolventen des Postgraduiertenstudiums der Tisch School of the Arts der New York University und Juristen werden weltweit gezeigt. Als Künstlerischer Direktor von TheatreWorks schuf er das berühmte  FLYING CIRCUS PROJECT. Er gründete das Arts Network Asia und engagiert sich bei der Förderung und Beratung junger Künstler. Zu den Auszeichnungen des Fulbright Stipendiaten zählen der Young Artist Award (1992) und der Cultural Medallion Award (2003). 2001 bis 2003 war Ong Keng Sen Direktor des In-Transit Festivals in Berlin. In den vergangenen drei Jahren war er Mitglied der Prince Claus Foundation Jury. 2010 erhielt er den renommierten Fukuoka Asian Arts and Culture Preis.

 

Sonntag, 25.10.
Haus der Kunst | München
10.30 – 11.30
Vortrag
Suely Rolnik (São Paulo)
THE KNOWING BODY COMPASS IN CURATORIAL PRACTICES
Moderation: Thomas Sellar
 
 

ABSTRACT
The figure of the curator, in its current form, emerged in the context of financial capitalism, which came to dominate world economy in the mid-1970s. The new regime has as one of its main energy resources the force of creation, which especially affects the field of art. As a con sequence, this terrain experiences a constant negotiation between the interests of art and those of capital. The curator has become mediator between those interests, and has assumed an important role in the negotiation. From this results an intensified confrontation of divergent perspectives that materialize in different curatorial actions and the effects that each one produces. These perspectives can be distinguished by the degree of the curators vulnerability to art and the kind of value he or she attributes to it, which will define where the border between the negotiable and the non-negotiable is set. Through the notion of the “knowing-body,“ we will seek to describe two types of curator that would occupy the opposed extremes in the wide range of forces at play in this field, and the kind of compass that guides each in their own practices. This is obviously an artifice, as such types don‘t exist in pure form. They are fictional characters to be used as a tool to problematize the current state of things in the field. 

 

Biografie
Suely Rolnik (São Paulo)
In Kunst- und Kulturkritik, kuratorischen Projekten, Texten und in ihrer psychoanalytischen Praxis setzt sich die Brasilianerin Suely Rolnik mit der Politik des Begehrens auseinander. Die ordentliche Professorin der Katholischen Universität von São Paulo lehrte als Gastdozentin an der MacBa (Barcelona, 2008-2015). Ihren akademischen Abschluss in Soziologie und Philosophie machte sie an der Université de Paris 8, ihr MA-Studium der Klinischen Humanwissenschaften absolvierte sie an der Université de Paris 7, wo sie auch promovierte. Ihren PHD in Sozialpsychologie erwarb sie an der PUC-SP. Sie veröffentlichte mehrere Bücher, darunter GEOPOLITICS OF PIMPING. FOUR ESSAYS ON THE PATHOLOGY OF THE PRESENT (2015), ANTHROPOPOGHAGIE ZOMBIE (2012) und ARCHIVE MANIA in der Reihe 100 Notizen – 100 Gedanken Nr. 022 (documenta 13, 2011). Ihre zusammen mit Félix Guattari verfasste MICROPOLITICA. CARTOGRAFIAS DO DESEJO (1986) erschien in acht Ländern. 2011 schuf Suely Rolnik das ARCHIVE FOR A WORK-EVENT. ACTIVATING THE BODY MEMORY OF LYGIA CLARK’S ARTISTIC PROPOSITIONS (65 Filmgespräche und ein Booklet).

Thomas Sellar (New Haven)
ist Professor Adjunct, Yale University & Herausgeber von THEATER.

 

11.30 – 12.15
Rolf Abderhalden | Jelili Atiku | Anja Dirks | Ahmed El Attar | Judy Hussie-Taylor | Ong Keng Sen (Bogotá | Lagos | Fribourg | Kairo | New York | Singapur)
BERICHTE AUS DEN ARBEITSGRUPPEN
 

 

12.30 – 13.30
Vortrag
Jay Pather (Kapstadt)
NEGOTIATING THE POSTCOLONIAL BODY AS SITE OF PARADOX: BETWEEN VISIBILITY AND ERASURE; APPROPRIATION AND EMASCULATION; RACIALLY INSCRIBED AND AS A BEACON FOR THE POST RACIAL FANTASY
Moderation: Evelyn Annuß
 


ABSTRACT
Race in performance is a dense and rich marker o a range of phenomena: of crisis, dissert, dis ease, the deconstruction and reimagining of the human. Treading a fine line between visibility and invisibility the body is also fiercely symptomatic of a range of desires: of ahistoricism, post-racism, and neutrality. Contemporary political history provides further counter currents. In South Africa the pervasive racialization of poverty and unemployment in the post-apartheid, rainbow fantasy epitomized by the recent indiscriminate killing of black miners in Marikana; the vulnerabilities of the black (in particular male) body in contemporary America and the vulnerabilities of African migrants in Europe provide contexts that can‘t be ignored. In performance the furor over the South African white artist Brett Bailey‘s staging of Exhibit B, amongst other examples, epitomizes a clear infiltration and an entrenched presence of notions of race in the distribution and curation of performance. The paradox of acknowledging presence of race as well as desiring neutrality creates its own tensions. But as cultural theorist Achille Mbembe writes, “What irks many is that the black body is still a profane body. It still does not enjoy the kind of immunity accorded to properly human bodies.“ The paper probes some key moments both in performance and in contemporary history where the performance of race or racism or race denial proffers leading questions as points of debate in the contextualizing, curation and reading of performance by diverse publics.

 

Biografie
Jay Pather (Kaptstadt)
Texte des als Leiter des Gordon Institute for Performing and Creative Arts (GIPCA) und als Künstlerischer Direktor von Siwela Sonke Dance wirkenden Extraordinarius der Universität Kapstadt, erschienen in jüngerer Zeit u.a. in NEW TERRITORIES: THEATRE, DRAMA AND PERFORMANCE IN POST-APARTHEID SOUTH AFRICA (Hrsg. Marc Meaufort); CHANGING METROPOLIS II (Hrsg. Marie Polli); ROGUE URBANISM (Hrsg. Edgar Pieterse und Abdul Malik Simone) sowie PERFORMING CITIES (Hrsg. Nicholas Whybrow). Jay Pather kuratiert das Public Art Festival INFECTING THE CITY und die GIPCA Live Art Festivals, ist Juror für den International Award for Public Art und Mitglied im Vorstand des südafrikanischen National Arts Festival. Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen BODY OF EVIDENCE in Johannesburg, Kapstadt und Den Haag, BLIND SPOT für die Metropolis Biennale, Kopenhagen, QAPHELA CAESAR und RITE, eine Re-Imaginierung von Strawinskys LE SACRE DU PRINTEMPTS.

Evelyn Annuß (Berlin)
ist Theaterwissenschaftlerin und Kuratorin. Zur Zeit Gastprofessorin am Institut für Theaterwissenschaft der LMU.

 

13.30 – 14.15
Jelili Atiku | Judy Hussie-Taylor (Lagos | New York)
KURATOREN IM DIALOG
 

 

Biografie
Jelili Atiku (Lagos)
Der nigerianische Multimediakünstler Jelili Atiku wurde 1968 in Ejigbo/Nigeria geboren. Sein Interesse gilt den politischen Themen Menschenrechte und Gerechtigkeit. In seiner künstlerischen Arbeit setzt er sich mit den psychosozialen und emotionalen Folgen traumatischer Erfahrungen von Gewalt, Krieg, Armut, Korruption und Klimawandel auseinander. Er studierte an der Ahmadu Bello University, Zaria und der University of Lagos, wo er seinen BA in Schönen Künsten und seinen MA in Bildender Kunst erwarb. Jelili Atiku ist Projektmanager von ArtAfrica Nigeria, Chefkoordinator von Advocate for Human Rights Through Art (AHRA) und Künstlerischer Leiter des afrikanischen Performancekünstlerkollektivs AFiRIperFOMA. Seine Performances, Ausstellungen und Lectures präsentiert er in Afrika, Asien und Europa. Aktuell lehrt er Bildhauerei am Fachbereich Kunst und Industriedesign der Lagos State Polytechnic.

Judy Hussie-Taylor (New York)
ist Kuratorin und Executive Director des Danspace Project (NYC) sowie Mitgründerin, Beraterin und Mitglied des Lehrkörpers des Institute for Curatorial Practice in Performance (ICPP) der Wesleyan University. Die ehemalige Direktorin des Colorado Dance Festival (CDF) wirkte in der Vergangenheit als Künstlerische Leiterin für die Performance-Programme am Boulder Museum of Contemporary Art und als Stellvertretende Direktorin des Museum of Contemporary Art/Denver. Von 2000 bis 2004 lehrte sie am Fachbereich Kunst und Kunstgeschichte der University of Colorado-Boulder, wo sie auch als Ausschussmitglied und Interims-Leiterin des Künstlerbesuchsprogramms tätig war. Anlässlich des 50. Geburtstags des Judson Dance Theater kuratierte sie die renommierte PLATFORM 2012: JUDSON NOW. 2013 lobte die New York Times sie als eine der »Movers and Shapers« in New York. 2014 wurde sie mit dem Chevalier de L’Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet.

 

15.15 – 16.15
Vortrag
Adrian Heathfield (London)
SPIRITED AFFINITIES - PLANETARY CONSCIOUSNESS
Moderation: Wenzel Bilger
 
ABSTRACT
The talk will draw discursive connections between culturally distinct art practices deploying living durational propositions and tactics of imperceptibility in relation to systems of recognition, evaluation, circulation and institution. 00w might these affinities — crossing historical epochs, cultures and belief systems, coming n and nut of currency and incorporation — be analyzed as infrastructures of feeling-thinking? A materialist understanding of spirit emerges from these speculations. Spirit not as a transcendent or universal force, but as an imminent, inhuman imperative that draws beings out and connects them to elements of planetary consciousness. Curatorial practice is first and foremost the labor of caretaking: spirits, people, things. How might we imagine and practice ways of being with, protecting and regenerating the spirited affinities and immaterial infrastructures of which we are the inheritors and temporary custodians?

 

Biografie
Adrian Heathfield (London)
ist Autor und Kurator für Live Art, Performancekunst und Tanz. Seine Monographie OUT OF NOW ist dem Künstler Tehching Hsieh gewidmet. Der Herausgeber von PERFORM, REPEAT, RECORD AND LIVE: ART AND PERFORMANCE ko-kuratierte LIVE CULTURE  (Tate Modern 2003) und die fünfjährige Recherche PERFORMANCE MATTERS (2009-2014). In den vergangenen zehn Jahren realisierte er mehrere langfristig angelegte Veranstaltungsprojekte in verschiedenen europäischen Städten. Heathfield ist Marie Curie International Fellow an der Columbia University, New York und Professor für Performance und Visual Culture an der University of Roehampton, London.

Wenzel Bilger (New York)
ist Programmdirektor des Goethe Institut New York.

 

16.15 – 17.00
Anja Dirks | Ahmed El Attar (Fribourg | Kairo)
KURATOREN IM DIALOG
 

 

Biografie
Anja Dirks (Fribourg)
Die Künstlerische Leiterung des Belluard Festival in Fribourg (CH), Anja Dirks (* 1970), studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Von 1989 bis 1999 arbeitete sie in Berlin, u.a. als Assistentin am Schillertheater, an der Volksbühne und in der freien Theaterszene der Stadt. 2002 assistierte sie Matthias Lilienthal bei Theater der Welt, anschließend gestaltete sie Programme am FFT Düsseldorf und von 2004 bis 2007 am Theaterhaus Gessnerallee in Zürich. Für die Wiener Festwochen kuratierte sie 2008 das forum festwochen. Von 2009 bis 2014 war sie Künstlerische Leiterin des Festivals Theaterformen in Braunschweig und Hannover.

Ahmed El Attar (Kairo)
Der ägyptische Theaterregisseur, Übersetzer, Dramatiker und Kulturmanager Ahmed El Attar ist Gründer und General Manager der Studio Emad Eddin Stiftung, die freien Künstlern Probe- und Übungsräume zur Verfügung stellt, sowie Gründer und Künstlerischer Leiter von Orient Productions, der Temple Independent Theatre Company und des D-CAF (Downtown Contemporary Arts Festival). El Attar wirkt als Künstlerischer Leiter des Falaki-Theaters in Kairo. Seine Produktionen kommen in Ägypten, Libanon, Jordanien, Schweden, Portugal, Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich, Schweiz, Italien, Kroatien, Montenegro, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Bühne. Die arabische Ausgabe der Newsweek zählte El Attar 2005 zu den 42 einflussreichsten Persönlichkeiten für den Wandel in der arabischen Welt. Neben anderen Auszeichnungen erhielt er 2013 den Pioneers of Egypt Award der amerikanischen Synergos Foundation.

 

17.00 – 18.00
ABSCHLUSS-DISKUSSION
Moderation: Tilmann Broszat und Sigrid Gareis
 

 

Montag, 26.10.
Café Muffathalle
10.00 – 13.00
PERSÖNLICHE GESPRÄCHE
 
Gelegenheit nach Voranmeldung zum persönlichen Gespräch (ca. 45 Min.) mit:

Rolf Abderhalden (Bogotá), Jelili Atiku (Lagos), Tilmann Broszat (München) Anja Dirks (Fribourg), Ahmed El Attar (Kairo), Sigrid Gareis (Berlin), Judy Hussie-Taylor (New York), Ong Keng Sen (Singapur)

 

Biografie
Rolf Abderhalden (Bogotá)
Der schweizerisch-kolumbianische transdisziplinäre Künstler und Kunstprofessor der Staatlichen Universität von Kolumbien studierte Kunst-Therapie an der Ecole de Hautes Études en Sciences Sociales et Pédagogiques in Lausanne, und Schauspiel an Jacques Lecoqs International Theatre School in Paris. MA für Bildende Kunst an der Staatlichen Universität von Kolumbien, Promotion in Ästhetik, Wissenschaft und Technologie der Kunst an der Universität Paris 8. Rolf Abderhalden gründete den Interdisziplinären Masterstudiengang Theater und Live Arts der Staatlichen Universität von Kolumbien in Bogotá. Zusammen mit Heidi Abderhalden initiierte und leitet er das Mapa Teatro-Lab, wo sie das Projekt EXPERIMENTA/SUR, eine transdisziplinäre Plattform für erweiterte Dramaturgie und Live Arts in Lateinamerika, kuratieren. Abderhaldens Arbeiten bewegen sich zwischen Theater, Performance und Bildender Kunst. Seine Themen sind das kollektive Gedächtnis und die Praxis der Performance in gesellschaftlichen Zusammenhängen als Experimente an »lebendigen Archiven«.

Jelili Atiku (Lagos)
Der nigerianische Multimediakünstler Jelili Atiku wurde 1968 in Ejigbo/Nigeria geboren. Sein Interesse gilt den politischen Themen Menschenrechte und Gerechtigkeit. In seiner künstlerischen Arbeit setzt er sich mit den psychosozialen und emotionalen Folgen traumatischer Erfahrungen von Gewalt, Krieg, Armut, Korruption und Klimawandel auseinander. Er studierte an der Ahmadu Bello University, Zaria und der University of Lagos, wo er seinen BA in Schönen Künsten und seinen MA in Bildender Kunst erwarb. Jelili Atiku ist Projektmanager von ArtAfrica Nigeria, Chefkoordinator von Advocate for Human Rights Through Art (AHRA) und Künstlerischer Leiter des afrikanischen Performancekünstlerkollektivs AFiRIperFOMA. Seine Performances, Ausstellungen und Lectures präsentiert er in Afrika, Asien und Europa. Aktuell lehrt er Bildhauerei am Fachbereich Kunst und Industriedesign der Lagos State Polytechnic.

Tilman Broszat (München)
ist bis heute künstlerischer Leiter des 1995 von ihm gegründeten SPIELART Festivals. Außerdem ist er Producer und Managing Director zweier Festivals der Landeshauptstadt München: MÜNCHENER BIENNALE – Internationales Festival für neues Musiktheater (seit der Gründung 1986) und DANCE (seit 1998). 2008 erhielt er den Theaterpreis der Stadt München (SPIELART Festival). Von 2001 bis 2006 lehrte er außerdem Kulturmanagement an der Bayerischen Theaterakademie.1993 war er Organisationsleiter des Festivals THEATER DER WELT in München. Von 1986 bis 1993 arbeitete er als Producer und Miteigentümer von ART BUREAU München in internationalen Theaterproduktionen und Koproduktionen. Von 1983 bis 1985 war er Organisationsleiter des Internationalen TheaterFestivals München. Er studierte Soziologie (Diplom), Sozialpsychologie und Philosophie in München und Aix-en-Provence.

Anja Dirks (Fribourg)
Die Künstlerische Leiterung des Belluard Festival in Fribourg (CH), Anja Dirks (* 1970), studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Von 1989 bis 1999 arbeitete sie in Berlin, u.a. als Assistentin am Schillertheater, an der Volksbühne und in der freien Theaterszene der Stadt. 2002 assistierte sie Matthias Lilienthal bei Theater der Welt, anschließend gestaltete sie Programme am FFT Düsseldorf und von 2004 bis 2007 am Theaterhaus Gessnerallee in Zürich. Für die Wiener Festwochen kuratierte sie 2008 das forum festwochen. Von 2009 bis 2014 war sie Künstlerische Leiterin des Festivals Theaterformen in Braunschweig und Hannover.

Ahmed El Attar (Kairo)
Der ägyptische Theaterregisseur, Übersetzer, Dramatiker und Kulturmanager Ahmed El Attar ist Gründer und General Manager der Studio Emad Eddin Stiftung, die freien Künstlern Probe- und Übungsräume zur Verfügung stellt, sowie Gründer und Künstlerischer Leiter von Orient Productions, der Temple Independent Theatre Company und des D-CAF (Downtown Contemporary Arts Festival). El Attar wirkt als Künstlerischer Leiter des Falaki-Theaters in Kairo. Seine Produktionen kommen in Ägypten, Libanon, Jordanien, Schweden, Portugal, Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich, Schweiz, Italien, Kroatien, Montenegro, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Bühne. Die arabische Ausgabe der Newsweek zählte El Attar 2005 zu den 42 einflussreichsten Persönlichkeiten für den Wandel in der arabischen Welt. Neben anderen Auszeichnungen erhielt er 2013 den Pioneers of Egypt Award der amerikanischen Synergos Foundation.

Sigrid Gareis (Berlin)
Für das Münchner Siemens Arts Programm baute die studierte Anthropologin Sigrid Gareis die Abteilungen für Darstellende Kunst und Internationale Kulturarbeit auf, als Mitinitiatorin von Tanz- und Theaterfestivals engagierte sie sich in Moskau, München, Nürnberg und Greifswald. Von 2000 bis 2009 wirkte sie als erste Direktorin des Tanzquartiers Wien, von 2005 bis 2007 fungierte sie als Gründungspräsidentin des European Dance House Network (EDN), von 2011 bis 2014 war sie Gründungsdirektorin der Akademie der Künste der Welt in Köln. Sigrid Gareis lehrt Kuratieren in den Bereichen zeitgenössischer Tanz und Theater an Universitäten und Kunsthochschulen in Wien, München, Salzburg, Gießen und Leipzig. Als Gutachterin war sie für die Akademie der Bildenden Künste in Wien und die Amsterdam School of the Arts tätig. Die Autorin mehrerer Bücher kuratierte selbst zahlreiche Projekte und Veranstaltungen und ist Mitglied mehrerer Jurys.

Judy Hussie-Taylor (New York)
ist Kuratorin und Executive Director des Danspace Project (NYC) sowie Mitgründerin, Beraterin und Mitglied des Lehrkörpers des Institute for Curatorial Practice in Performance (ICPP) der Wesleyan University. Die ehemalige Direktorin des Colorado Dance Festival (CDF) wirkte in der Vergangenheit als Künstlerische Leiterin für die Performance-Programme am Boulder Museum of Contemporary Art und als Stellvertretende Direktorin des Museum of Contemporary Art/Denver. Von 2000 bis 2004 lehrte sie am Fachbereich Kunst und Kunstgeschichte der University of Colorado-Boulder, wo sie auch als Ausschussmitglied und Interims-Leiterin des Künstlerbesuchsprogramms tätig war. Anlässlich des 50. Geburtstags des Judson Dance Theater kuratierte sie die renommierte PLATFORM 2012: JUDSON NOW. 2013 lobte die New York Times sie als eine der »Movers and Shapers« in New York. 2014 wurde sie mit dem Chevalier de L’Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet.

Ong Keng Sen (Singapur)
ist Künstlerischer Leiter des neuen Singapore International Festival of Arts und hat als Performanceregisseur bedeutende Beiträge zur Entwicklung und Globalisierung der asiatischen Ästhetik in der zeitgenössischen Kunst geleistet. Die künstlerischen Arbeiten des Absolventen des Postgraduiertenstudiums der Tisch School of the Arts der New York University und Juristen werden weltweit gezeigt. Als Künstlerischer Direktor von TheatreWorks schuf er das berühmte  FLYING CIRCUS PROJECT. Er gründete das Arts Network Asia und engagiert sich bei der Förderung und Beratung junger Künstler. Zu den Auszeichnungen des Fulbright Stipendiaten zählen der Young Artist Award (1992) und der Cultural Medallion Award (2003). 2001 bis 2003 war Ong Keng Sen Direktor des In-Transit Festivals in Berlin. In den vergangenen drei Jahren war er Mitglied der Prince Claus Foundation Jury. 2010 erhielt er den renommierten Fukuoka Asian Arts and Culture Preis.

 









SHOW ME THE WORLD
Mülheim | 11.4. + 12.4.2015
Ringlokschuppen  Ruhr

Unter den verschiedenen Programmpunkten finden Sie die Aufzeichnungen der Vorträge und Diskussionen.

Samstag, 11.04.
Ringlokschuppen Ruhr | Mülheim
14.00 – 15.30
BEGRÜSSUNG & KEYNOTES
 
Begrüßung durch:
Christian Esch (Direktor NRW KULTURsekretariat) und
Matthias Frense (Künstlerischer Leiter Ringlokschuppen)



Einführende Keynotes:
Tilmann Broszat (Leiter SPIELART Festival München),
Sigrid Gareis (Initiatorin des Projekts) und
Florian Malzacher (Impulse Theater Festival)

 

Biografie
Tilmann Broszat   (München)
ist künstlerischer Leiter des 1995 von ihm gegründeten SPIELART Festivals (www.spielart.org). Außerdem ist er Producer und Managing Director der MÜNCHENER BIENNALE für neues Musiktheater (seit der Gründung 1986) und des Festivals DANCE (seit 1998). 2008 erhielt er zusammen mit Gottfried Hattinger den Theaterpreis der Stadt München (SPIELART Festival). 1992/93 war er Organisationsleiter des Festivals THEATER DER WELT in München. Von 1986 bis 1993 arbeitete er als Producer und Miteigentümer von ART BUREAU München in internationalen Theaterproduktionen und Koproduktionen. Von 1983 bis 1985 war er Organisationsleiter des Internationalen TheaterFestivals München. Er studierte Soziologie (Diplom), Sozialpsychologie und Philosophie in München und Aix-en-Provence.

Christian Esch
(Wuppertal)
Nach musikwissenschaftlichem Studium und Promotion sowie einem sechsmonatigen Stipendium am Deutschen Studienzentrum in Venedig veröffentlichte Christian Esch weiterhin wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere zu Mozart und Haydn. Lange Jahre wirkte er als Musiktheater- und Schauspieldramaturg, fest und frei, unter anderem in Frankfurt, Innsbruck und München und verfasste zahlreiche Beiträge und Rezensionen für Zeitungen und Fachpresse. Als Produzent und Redakteur entwickelte und verantwortete er für den Hessischen Rundfunk landesweit Konzerte und Reihen, programmierte thematische Konzerte mit dem RSO Frankfurt und produzierte zahlreiche Sendungen und CD-Einspielungen. Esch war langjähriger Musikbeirat des Goethe-Instituts und lehrte an verschiedenen Hochschulen (Innsbruck, München, Köln). Er wirkt in zahlreichen Jurys mit, u. a. für die European Cultural Foundation, und tritt mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Kultur hervor. Seit 2004 ist er Direktor des NRW KULTURsekretariats. 2013 erhielt er den Grimme Online Award.

Matthias Frense
(Mülheim)
ist künstlerischer Leiter und Geschäftsführer am Ringlokschuppen Ruhr. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaften an der Universität Hull/England, und Schauspiel-Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Hamburg sowie an der Universität Hamburg. Während seines ersten Engagements als Regieassistent am Thalia Theater Hamburg arbeitete er u.a. mit Robert Wilson, George Tabori, Dimiter Gotscheff und Jürgen Flimm. Als Produktionsleiter war Frense für den Cirque du Soleil  tätig. Unter der Intendanz von William Forsythe produzierte er eine Vielzahl von Theaterarbeiten und interdisziplinären Kunstprojekten am TAT Frankfurt. Anfänglich als Dramaturg entwickelt er das Theaterprogramm des Ringlokschuppen Ruhr seit 2006. Darüber hinaus war er an der Entwicklung ortspezifischer Projekte im Stadtraum u.a. mit raumlaborberlin, LIGNA, Invisible Playground und copy & waste beteiligt.

Sigrid Gareis (Berlin)
Nach ihrem Studium der Völkerkunde baute Sigrid Gareis die Bereiche Theater/Tanz und Internationale Kulturarbeit im Siemens Arts Program auf. Sie ist Mitbegründerin von zeitgenössischen Tanz- und Theaterfestivals in Moskau, München, Nürnberg und Greifswald. Von 2000 bis 2009 war sie Gründungsintendantin des Tanzquartier Wien. Von 2011 bis 2014 baute sie als Generalsekretärin die Akademie der Künste der Welt in Köln auf. Heute ist sie als Kuratorin und Dramaturgin für Tanz und Theater (u. a. Haus der Kulturen der Welt, Wiener Festwochen, SPIELART Festival, Philharmonie Köln, Literarisches Colloquium Berlin) tätig. Sie übt Lehr- und Dozententätigkeiten an verschiedenen europäischen Universitäten und Hochschulen aus. Zahlreiche Berater- und Beiratstätigkeiten (z. B. Allianz Kulturstiftung, Hauptstadtkulturfonds, Goethe-Institut, EU-Expertenkommission, Kunststiftung NRW, Kultusministerkonferenz). Diverse Buchpublikationen.

Florian Malzacher
(Berlin)
ist seit 2013 künstlerischer Leiter des Impulse Theater Festivals. Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen arbeitete er als Kritiker und Journalist. Von 2006-2012 war er Leitender Dramaturg/Kurator des Festivals steirischer herbst in Graz. Er (co-)kuratierte u. a. die Internationale Sommerakademie am Künstlerhaus Mousonturm (2002 und 2004), »Performing Lectures« (Frankfurt 2004-2006), »Wörterbuch des Krieges« (Frankfurt, München, Graz, Berlin 2006/2007), sowie den 170-stündigen Marathon »Truth is concrete« (Graz 2012). Als Dramaturg arbeitete er u. a. am Burgtheater Wien mit Künstlern wie Rimini Protokoll, Lola Arias und Nature Theater of Oklahoma. Er ist Beirat von DasArts, Berater der Schillertage Mannheim und Mitglied der Zürcher Theaterkommission sowie (Mit-)Herausgeber und Autor u. a. von Büchern über die Theatergruppen Forced Entertainment und Rimini Protokoll, das Kuratieren performativer Künste, zuletzt von »Truth is Concrete. A Handbook for Artistic Strategies in Real Politics«.

 

15.45 – 16.15
Vortrag
Ahmed El Attar (Kairo)
CURATING IN THE TIME OF A REVOLUTION
 

 

Biografie
Ahmed El Attar (Cairo)
is an Egyptian independent theatre director, translator, playwright and cultural manager. He is founder and General Manager of Studio Emad Eddin Foundation a unique project, offering rehearsals and training spaces to independent artists. El Attar is also the founder and the artistic director of Orient Productions, the Temple Independent Theatre Company and the D-CAF (Downtown Contemporary Arts Festival). He is also the artistic director of the Falaki theatre in Cairo. His theatre work has been performed in Egypt, Lebanon, Jordan, Sweden, Portugal, Germany, Belgium, Holland, France, Switzerland, Italy, Croatia, Montenegro, the United Kingdom and the UAE. El Attar has been chosen by the Arabic edition of Newsweek (26/4/2005) as one of 42 personalities who influence change in the Arab world. Among other awards El Attar has received the pioneers of Egypt award in November 2013 from Synergos Foundation (USA).

 

16.15 – 17.15
Vortrag
Anja Dirks (Fribourg)
TO DO AND NOT TO DO: A LECTURE ON THE PRACTICE AND ETHICS OF ORGANIZING AND PRODUCING AN EVENT UN THE FIELD OF CONTEMPORARY PERFORMING ARTS IN WESTERN EUROPE
 

 

Biografie
Anja Dirks (Fribourg)
Born in 1970, Anja Dirks is the director of Belluard Festival in Fribourg (CH). From 2009 to 2014 she was the artistic director of Festival Theaterformen in Braunschweig and Hanover. At Wiener Festwochen she curated the program section forum festwochen in 2008. She was Matthias Lilienthal`s assistant for the 2002 edition of Theater der Welt and then worked as a programmer, first at FFT Düsseldorf and from 2004 to 2007 at Theaterhaus Gessnerallee in Zurich. Between 1989 and 1999 she worked in Berlin, amongst others as an assistant at Schiller Theater, Volksbühne and in the independent scene. Anja Dirks studied directing at the Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.

 

17.15 – 18.00
Anja Dirks | Ahmed El Attar (Fribourg | Kairo)
DISKUSSION
Moderation: Kathrin Tiedemann
 

 

Biografie
Anja Dirks (Fribourg)
Born in 1970, Anja Dirks is the director of Belluard Festival in Fribourg (CH). From 2009 to 2014 she was the artistic director of Festival Theaterformen in Braunschweig and Hanover. At Wiener Festwochen she curated the program section forum festwochen in 2008. She was Matthias Lilienthal`s assistant for the 2002 edition of Theater der Welt and then worked as a programmer, first at FFT Düsseldorf and from 2004 to 2007 at Theaterhaus Gessnerallee in Zurich. Between 1989 and 1999 she worked in Berlin, amongst others as an assistant at Schiller Theater, Volksbühne and in the independent scene. Anja Dirks studied directing at the Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.

Ahmed El Attar
(Kairo)
is an Egyptian independent theatre director, translator, playwright and cultural manager. He is founder and General Manager of Studio Emad Eddin Foundation a unique project, offering rehearsals and training spaces to independent artists. El Attar is also the founder and the artistic director of Orient Productions, the Temple Independent Theatre Company and the D-CAF (Downtown Contemporary Arts Festival). He is also the artistic director of the Falaki theatre in Cairo. His theatre work has been performed in Egypt, Lebanon, Jordan, Sweden, Portugal, Germany, Belgium, Holland, France, Switzerland, Italy, Croatia, Montenegro, the United Kingdom and the UAE. El Attar has been chosen by the Arabic edition of Newsweek (26/4/2005) as one of 42 personalities who influence change in the Arab world. Among other awards El Attar has received the pioneers of Egypt award in November 2013 from Synergos Foundation (USA).

Kathrin Tiedemann (Düsseldorf)
ist künstlerische Leiterin des FFT Düsseldorf.

 

Sonntag, 12.04.
Ringlokschuppen Ruhr | Mülheim
10.00 – 10.30
Stefan Kaegi (Schlingensief-Professur Bochum)
KÜNSTLERBEITRAG
 

 

Biografie
Stefan Kaegi (Berlin)
inszeniert in verschiedensten Konstellationen dokumentarische Theaterstücke, Hörspiele und Stadtrauminszenierungen, die oft wirtschaftliche Verflechtungen auf ihre menschliche Komponente herunterbrechen. So tourte Kaegi mit zwei bulgarischen Lastwagenfahrern und einem umgebauten LKW durch die Welt oder inszenierte 10.000 Heuschrecken. Am Schauspiel Hannover läuft derzeit sein Stück »Volksrepublik Volkswagen«. Gemeinsam mit Helgard Haug und Daniel Wetzel arbeitet Kaegi unter dem Label Rimini Protokoll, das 2011 mit dem Silbernen Löwen für Theater an der Biennale in Venedig ausgezeichnet wurde. Das Multi-Player-Video-Stück »Situation Rooms« wurde 2014 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am Schauspielhaus Hamburg hatte vor kurzem die Simulation einer »Weltklimakonferenz« Premiere. Von 2006 bis 2012 arbeitete Kaegi auch gemeinsam mit Lola Arias: Zuletzt als Kuratoren des transportablen Festivals für urbane Interventionen »Ciudades Paralelas«. www.rimini-protokoll.de

 

10.30 – 11.15
Lecture
Jelili Atiku (Lagos)
CURATING PERFORMANCE IN STATE OF EMERGENCY
 

 

Biografie
Jelili Atiku (Lagos)
Born in 1968 in Ejigbo/Nigeria, Jelili Atiku is a Nigerian multimedia artist with political concerns for human rights and justice. His artistic work deals with the psychosocial and emotional effects of the traumatic events such as violence, war, poverty, corruption, climate change. He was trained at Ahmadu Bello University, Zaria and University of Lagos where he was awarded Bachelor of Arts (Fine Arts) and Master of Arts (Visual Arts). He is the project leader of ArtAfrica Nigeria, chief coordinator of Advocate for Human Rights Through Art (AHRA) and artistic director of AFiRIperFOMA – a collective of performance artists in Africa. Jelili is participating in numerous performances/exhibitions/talks in Africa, Asia and Europe. He is presently teaching sculpture in Department of Art and Industrial Design, Lagos State Polytechnic.

 

11.15 – 12.00
Vortrag
Ishmael Houston-Jones (New York)
BUILDING PLATFORMS: ALTERNATIVE MODES OF CURATION & PRESENTATION
 

 

Biografie
Ishmael Houston-Jones (New York)
(on behalf of Institute for Curatorial Practice in Performance at the Wesleyan University)
Choreographer, author, performer, teacher, and curator Ishmael Houston-Jones is currently a part-time professor at New York University’s Experimental Theater Wing and at University of the Arts, Philadelphia. His improvised dance and text work has been performed across the United States, in Europe, Canada, Australia and Latin America. In 1984 and 2011 he won the prestigious »Bessie Award«. He is the current DraftWork works-in-progress series curator for the Danspace Project. There he also curated »Platform 2012 Parallels« that examined Black dance makers and Postmodernism. Houston-Jones' essays, interviews, and performance texts have been anthologized in numerous books.

 

12.15 – 13.00
Jelili Atiku | Ishmael Houston-Jones (Lagos | New York)
DISKUSSION
Moderation: Evelyn Annuß
 

 

Biografie
Jelili Atiku (Lagos)
Born in 1968 in Ejigbo/Nigeria, Jelili Atiku is a Nigerian multimedia artist with political concerns for human rights and justice. His artistic work deals with the psychosocial and emotional effects of the traumatic events such as violence, war, poverty, corruption, climate change. He was trained at Ahmadu Bello University, Zaria and University of Lagos where he was awarded Bachelor of Arts (Fine Arts) and Master of Arts (Visual Arts). He is the project leader of ArtAfrica Nigeria, chief coordinator of Advocate for Human Rights Through Art (AHRA) and artistic director of AFiRIperFOMA – a collective of performance artists in Africa. Jelili is participating in numerous performances/exhibitions/talks in Africa, Asia and Europe. He is presently teaching sculpture in Department of Art and Industrial Design, Lagos State Polytechnic.

Ishmael Houston-Jones
(New York)
(on behalf of Institute for Curatorial Practice in Performance at the Wesleyan University)
Choreographer, author, performer, teacher, and curator Ishmael Houston-Jones is currently a part-time professor at New York University’s Experimental Theater Wing and at University of the Arts, Philadelphia. His improvised dance and text work has been performed across the United States, in Europe, Canada, Australia and Latin America. In 1984 and 2011 he won the prestigious »Bessie Award«. He is the current DraftWork works-in-progress series curator for the Danspace Project. There he also curated »Platform 2012 Parallels« that examined Black dance makers and Postmodernism. Houston-Jones' essays, interviews, and performance texts have been anthologized in numerous books.

Evelyn Annuß (Berlin)
ist Theaterwissenschaftlerin und Kuratorin. Zur Zeit Gastprofessorin am Institut für Theaterwissenschaft der LMU.

 

14.00 – 14.30
Christian Esch und Florian Malzacher im Dialog
DAS IMPULSE FESTIVAL ALS NATIONALES FALLBEISPIEL
 

 

Biografie
Christian Esch (Wuppertal)
Nach musikwissenschaftlichem Studium und Promotion sowie einem sechsmonatigen Stipendium am Deutschen Studienzentrum in Venedig veröffentlichte Christian Esch weiterhin wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere zu Mozart und Haydn. Lange Jahre wirkte er als Musiktheater- und Schauspieldramaturg, fest und frei, unter anderem in Frankfurt, Innsbruck und München und verfasste zahlreiche Beiträge und Rezensionen für Zeitungen und Fachpresse. Als Produzent und Redakteur entwickelte und verantwortete er für den Hessischen Rundfunk landesweit Konzerte und Reihen, programmierte thematische Konzerte mit dem RSO Frankfurt und produzierte zahlreiche Sendungen und CD-Einspielungen. Esch war langjähriger Musikbeirat des Goethe-Instituts und lehrte an verschiedenen Hochschulen (Innsbruck, München, Köln). Er wirkt in zahlreichen Jurys mit, u. a. für die European Cultural Foundation, und tritt mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Kultur hervor. Seit 2004 ist er Direktor des NRW KULTURsekretariats. 2013 erhielt er den Grimme Online Award.

Florian Malzacher
(Berlin)
ist seit 2013 künstlerischer Leiter des Impulse Theater Festivals. Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen arbeitete er als Kritiker und Journalist. Von 2006-2012 war er Leitender Dramaturg/Kurator des Festivals steirischer herbst in Graz. Er (co-)kuratierte u. a. die Internationale Sommerakademie am Künstlerhaus Mousonturm (2002 und 2004), »Performing Lectures« (Frankfurt 2004-2006), »Wörterbuch des Krieges« (Frankfurt, München, Graz, Berlin 2006/2007), sowie den 170-stündigen Marathon »Truth is concrete« (Graz 2012). Als Dramaturg arbeitete er u. a. am Burgtheater Wien mit Künstlern wie Rimini Protokoll, Lola Arias und Nature Theater of Oklahoma. Er ist Beirat von DasArts, Berater der Schillertage Mannheim und Mitglied der Zürcher Theaterkommission sowie (Mit-)Herausgeber und Autor u. a. von Büchern über die Theatergruppen Forced Entertainment und Rimini Protokoll, das Kuratieren performativer Künste, zuletzt von »Truth is Concrete. A Handbook for Artistic Strategies in Real Politics«.

 

14.30 – 15.15
Vortrag
Rolf Abderhalden (Bogotá)
CURATING PERFORMANCE: IMPORT/EXPORT OR TRANSPORTING/TRANSFORMING
 

 

Biografie
Rolf Abderhalden (Bogotá)
Swiss-colombian trans-disciplinary artist and Arts professor at the National University of Colombia. He studied Art-Therapy in the Ecole de Hautes Études en Sciences Sociales et Pédagogiques in Lausanne, Switzerland, and Theatre in the International Theatre School of Jacques Lecoq in Paris. Master of Visual Arts of the National University of Colombia.PhD in Aesthetics, Sciences and Technologies of the Arts, University of Paris 8. Has founded the Interdisciplinary Master of Theatre and Live Arts of the National University of Colombia in Bogotá. Co-founder and co-director, along with Heidi Abderhalden, of Mapa Teatro-Lab of artists where they are both curating the Project “Experimenta/sur”, a trans-disciplinary platform for expanded dramaturgies and Live arts in Latin America. His work moves across theatre, performance, and visual arts, and is very much concerned with collective memory and practices of performance in social contexts as experiments on 'living archives'.

 

15.15 – 16.00
Vortrag
Ong Keng Sen (Singapur)
CURATING AS RESISTANCE, INTELLECTUAL AND EMOTIONAL OWNERSHIP, OPENING UP PUBLIC SPACE TO THE INDIVIDUAL
 

 

Biografie
Ong Ken Sen (Singapore)
is the Festival Director of the new Singapore International Festival of Arts. He is a performance director who has actively contributed to the evolution of and the subsequent transglobalisation of the Asian aesthetic in contemporary arts. He completed post-graduate studies at Tisch School of the Arts, New York University, and also holds a law degree. His artworks have been presented throughout the world, including Lincoln Center, Edinburgh International Festival, Tanzquartier Vienna, Paris Centre National de la Danse, iDans Festival Istanbul, Festival Panorama Rio de Janeiro, Adelaide Festival, Hong Kong Arts Festival, and Cocoon Theater Tokyo. Ong is presently on leave from being Artistic Director of TheatreWorks, where he created the internationally-renown Flying Circus Project. He actively mentors emerging artists and founded the Arts Network Asia, which awards micro-grants for active collaboration across borders. A Fulbright Scholar, Ong is also the first Singapore artist to have received both the Young Artist Award (1992) and the Cultural Medallion Award (2003). He created and directed the In-Transit Festival in Berlin from 2001-2003. He has been serving on the Prince Claus Foundation Jury, Amsterdam for the last three years. He was awarded the prestigious Fukuoka Asian Arts and Culture Prize 2010 for his work in Asian contemporary performance.

 

16.00 – 16.45
Rolf Abderhalden | Ong Keng Sen (Bogotá | Singapur)
DISKUSSION
Moderation: Johanna-Yasirra Kluhs
 

 

Biografie
Rolf Abderhalden (Bogotá)
Swiss-colombian trans-disciplinary artist and Arts professor at the National University of Colombia. He studied Art-Therapy in the Ecole de Hautes Études en Sciences Sociales et Pédagogiques in Lausanne, Switzerland, and Theatre in the International Theatre School of Jacques Lecoq in Paris. Master of Visual Arts of the National University of Colombia.PhD in Aesthetics, Sciences and Technologies of the Arts, University of Paris 8. Has founded the Interdisciplinary Master of Theatre and Live Arts of the National University of Colombia in Bogotá. Co-founder and co-director, along with Heidi Abderhalden, of Mapa Teatro-Lab of artists where they are both curating the Project “Experimenta/sur”, a trans-disciplinary platform for expanded dramaturgies and Live arts in Latin America. His work moves across theatre, performance, and visual arts, and is very much concerned with collective memory and practices of performance in social contexts as experiments on 'living archives'.

Ong Ken Sen (Singapore)
is the Festival Director of the new Singapore International Festival of Arts. He is a performance director who has actively contributed to the evolution of and the subsequent transglobalisation of the Asian aesthetic in contemporary arts. He completed post-graduate studies at Tisch School of the Arts, New York University, and also holds a law degree. His artworks have been presented throughout the world, including Lincoln Center, Edinburgh International Festival, Tanzquartier Vienna, Paris Centre National de la Danse, iDans Festival Istanbul, Festival Panorama Rio de Janeiro, Adelaide Festival, Hong Kong Arts Festival, and Cocoon Theater Tokyo. Ong is presently on leave from being Artistic Director of TheatreWorks, where he created the internationally-renown Flying Circus Project. He actively mentors emerging artists and founded the Arts Network Asia, which awards micro-grants for active collaboration across borders. A Fulbright Scholar, Ong is also the first Singapore artist to have received both the Young Artist Award (1992) and the Cultural Medallion Award (2003). He created and directed the In-Transit Festival in Berlin from 2001-2003. He has been serving on the Prince Claus Foundation Jury, Amsterdam for the last three years. He was awarded the prestigious Fukuoka Asian Arts and Culture Prize 2010 for his work in Asian contemporary performance.

Johanna-Yasirra Kluhs (Essen)
ist freischaffende Festivalleiterin und Dramaturgin.

 

17.00 – 18.00
ABSCHLUSSDISKUSSION
Moderation: Sigrid Gareis und Florian Malzacher



 





 

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UNI-SEMINAR ZUM TRANSKULTURELLEN KURATIEREN

Anlässlich des Symposiums SHOW ME THE WORLD fand an der Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Seminar zum transkulturellen Kuratieren statt.

Ergebnisse des Seminars waren u.a. von den Studierenden verfasste Kuratoren-Porträts von Rolf Abderhalden, Jeili Atiku, Ahmed El Attar und Ong Keng Sen, die hier dokumentiert sind.


Das Seminar

Inhalt

Gero Tögl | Sigrid Gareis | Tilmann Broszat
SHOW ME THE WORLD - TRANSKULTURELLES KURATIEREN FÜR DIE DARSTELLENDEN KÜNSTE
Seminar zum gleichnamigen Symposium im Rahmen von SPIELART 2015


Wird in der bildenden Kunst bereits seit den 1990er Jahren der intensive Diskurs über kuratorische Konzepte im globalen künstlerischen und kulturellen Dialog geführt, so steht in der darstellenden Kunst diese Diskussion derzeit noch an ihrem Beginn. In den insgesamt sehr vereinzelten Publikationen, die zum Kuratieren in der darstellenden Kunst bislang überhaupt erst erscheinen sind, werden Fragen zur Praxis und Ethik des Veranstaltens und Produzierens in inter- und transkulturellen Kontexten nur peripher oder in Fallstudien abgehandelt. Doch mehr und mehr beginnt dieses Diskussionsdefizit der nationalen wie internationalen Veranstalterschaft im zeitgenössischen Theater und Tanz bewusst zu werden. Zusätzlich zur Bestimmung des Arbeitsfeldes für Kuratoren in Abgrenzung zu Produzenten, Dramaturgen, und Intendanten, hat in den vergangenen Jahren auch eine intensive Diskussion über koloniale Denk- und Verhaltensmuster im internationalen Veranstaltungs- und Förderbetrieb eingesetzt. Anstelle der viel kritisierten Praktiken von „shop windows for nations“ und asymmetrischen Beziehungen zwischen „the West and the Rest“ (Hall 1996), sollen mithilfe ethnologischer Methoden und postkolonialer Theorie neue Ansätze für transkulturelle Praktiken in Kulturpolitik, Kunstproduktion und Festivalgestaltung entwickelt werden.

Das Seminar findet begleitend zum gleichnamigen Symposium im Rahmen von Spielart 2015 statt. Letzteres ist seinerseits Teil eines mehrstufigen Dialoges zwischen international tätigen Kuratoren und Theoretikern, der in mehreren Arbeitstreffen und Gemeinschaftsprojekten geführt wird. Dabei geht es um den Austausch über die Spezifika der jeweiligen Theaterlandschaften, die individuelle kuratorische Arbeit, aber auch Vernetzungsprozesse zwischen erfahrenen Kuratoren und dem Nachwuchs. Schließlich wird im Rahmen des abschließenden Symposiums die global gesammelte Wissensproduktion zusammengeführt und vor Ort gemeinsam mit weiteren Vertretern aus Wissenschaft, Kunst, und Kulturpolitik diskutiert. Am Ende sollen dabei innovative Ansätze zur Praxis und Methodik des Kuratierens stehen. Die teilnehmenden Studenten begleiten diesen Dialog aktiv während des Symposiums, wirken an seiner Dokumentation mit, erhalten eine grundlegende Einführung in die Arbeit des Kurators in den Darstellenden Künsten sowie zu den einschlägigen Fachdiskussionen im Bereich der postkolonialen Theorie. Abschließend werden die Beiträge der eingeladenen Kuratoren und Theoretiker kritisch reflektiert, und eigene kuratorische Projektideen entwickelt.




Rolf Abderhalden

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The question mark experience

There are people, who simply attract attention, and people, who trigger or create attention. Such a person is Rolf Abderhalden, swiss-colombian performing artist and curator, and – together with his sister – head of the Mapa Teatro in Bogotá. When it comes to his curatorial and artistic practice, his approach is a questioning one. An approach, which requires interest, curiosity and openness, and leads to interdisciplinary working processes. If we look at Abderhalden's educational background, we can see, that “interdisciplinary” is not only a label, but a logical consequence out of diverse trainings: he studied Art-Therapy in Lausanne, Theatre in Paris, Visual Arts in Bogotá. As a Professor at the National University of Colombia in Bogotá, where he founded the Master programme Theatre and Live Arts, he also considers his teaching as a form of curatorial practice, as he points out: “I am teaching as an artist, not as a teacher.”

During the three days of the Symposium I had the opportunity not only to listen to his talk with Ong Keng Seng, but also to participate in a workshop and to conduct an interview with him. In the tandem talk with Ong Keng Seng, Abderhalden stressed the curator's ethical-aesthetical and political responsibility. He referred to Baudrillard's terms of “carnivalization“ and “cannibalization“ and painted a picture of nowadays' cultural practice by applying and analyzing these categories. But how to overcome these structures? How could Live Arts nowadays look like? They both had the idea of creating a platform for young artists to meet and experiment, instead of reproducing the common production policy of a festival. It should be about activating an “intensity of thought in the place of creation, privileging, above all, the profusion of questions and concerns that cross our practices”. The focus on the process of questioning turned out to be the red thread concerning the perspective on curatorial practice. During the workshop we delved into this approach. The location, where the small group of six people came together, was a primary school and the room set the highly loaded atmosphere between teaching and learning, the diverse layers of knowledge and reflection. We were sitting on children's chairs, following the circle form of a little carpet in the middle of the room. Rolf Abderhalden was moderating without exercising authority, but by asking questions, bottom-up, and sharing the moderation with his curator colleague and friend Suely Rolnik, who has a similar focus on the question mark. Visualized on sheets of paper, it became a strong symbol and metaphor, the seed of all our discussions – and they were lively. They both explained their working process as a question mark experience: there is something happening in social or political life, which raises questions to the curator, which creates an irritation, and – what they call – “urgency”. This urgency forces them to react. But it starts with a question. Abderhalden was painting. Starting from the question mark he drew wild lines which ended up in total chaos. Around this improvisation he put some clear lines on the paper – a house. For him being a curator means building a house from the inside, being part of the process by protecting what is happening. In the end of the workshop I couldn't say what exactly we were talking about, because there was no result or something even close to it. But I can say that I got a feeling for his approach to being an artist and curator. Rolf Abderhalden seems to encounter arts, human beings and the world by listening carefully, observing and analyzing (without judging), with interest and curiosity, sensitivity and intuition, with sensuality, understatement and modesty, style and attitude.

“Putting yourself in that movement”, that's what it's about. In the Interview I wanted to know more about the inner process of the question mark experience. Abderhalden talked about the “knowing body”, a physical experience that creates irritation but should not be confused with emotion as private feelings. It's about getting affected, making the body vulnerable. “Listen to the uncomfortable”, he says. “The next step is to reflect on what is affecting me – even if it is a negative feeling – and if this feeling is just a private one or a broader cultural issue.” So the thought itself becomes action, not just something before action, and the body is the first witness of this artistic experience. As a curator he understands himself as “mediator, driver, vehicle, transmitter, translator or transducer” of these artistic experiences.

After the three days what remains is a question mark, which is not looking for an answer. It doesn't remain as a question, but as an ability to raise questions – as one possibility to encounter curatorial practice and reality.

Carmen Kovacs

 

 

 

Ahmed El Attar

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Ahmed El Attar – Curating within and beyond conventions, identities and politics in the Arab world


In the following I summarize the contribution of the Egyptian curator Ahmed El Attar to the Symposium “Show Me The World” in Munich and I try to give an idea about his person and about his approach to the practice of curation. Ahmed El Attar is an Egyptian playwright, theatre director, translator, culture manager and curator. He is responsible for a number of projects. To name only a few: He is the founder and artistic director of Temple Independent Theatre Company and of Orient Productions for film and theatre, he is the founder and director of Studio Emad Eddin Foundation, as well as the artistic director of Falaki Theatre. His projects share the idea of stimulating and encouraging contemporary art in Egypt, or offering an infrastructure for cultural production (e.g. rehearsal spaces). Moreover Ahmed El Attar, who also conceives himself as an artist in the first place, is organizing and curating the Downtown Contemporary Arts Festival (shortly called D-CAF) established in 2012. It is the only international performing arts festival in Egypt, taking place every year for three weeks. Ahmed El Attar’s vision for the festival D-CAF is to activate the districts of downtown Cairo, to provoke new discourse and to add to the current discourse. It is a kind of an independent manifestation with the art sections theatre, visual arts, film, music, dance and a category called ‘urban visions’.

D-CAF is a unique project in the Egyptian cultural life. As there is nothing that is completely independent in Ahmed El Attar’s opinion, he prefers the denotation ‘alternative’. In his curatorial work he is battling limited funding and poor infrastructure. There is very little state funding and very little private support for his festival. D-CAF’s main partners are a Real Estate Company, as well as a number of international organizations like the British council and the Danish Embassy. Furthermore there is a lack of professionals in cultural work and limited experiences with contemporary art in general in Egypt. In his work for D-CAF, he puts high value on good organization: Punctuality, for example, is not a matter of course in Egypt and Ahmed El Attar tries to implement it by starting the performances during the festival in time.

Ahmed emphasizes that curating a festival is a process. He regards himself as a spin doctor: he is empowering people and he is making people speak, although not politically. This has so much power in Cairo in his opinion: Conveying to the audience a feeling of freedom can already be understood politically in Egypt. Working as a curator means for Ahmed El Attar to regard the Egyptian context all the time. He is trying to contribute new ideas, different ways of thinking and reflection to it.

For Ahmed curatorial practice is a kind of navigating: He is travelling a lot to different festivals around the world. During his journeys he is building – what he calls – imaginary ‘docks’ out of his impressions which then develop the structure of the festival in his mind. It is obvious that curating for him is a very personal process. His experience, his way of thinking, and his emotions are involved all the time. But still it is important for him not to curate according to his personal taste, but to artistic value.

The big challenge for him is to deal with conventions. In this sense ‘conventions’ do not mean traditional ways of performing that are known from the past. They refer to the present and mean comparable ways of performing becoming apparently at various international festivals. There are similar things to see at festivals all over the world, so the risk to produce copy-like performances is high. According to Ahmed El Attar, by copying, the artistic value is getting lost. For him the only parameter that counts in any work is the artistic value: it has to be somehow inventive and original. Nationality doesn’t matter for him, even though he admits that he has to act with caution in order to not present a western showcase to the Arab world with his festival.

In his artistic work, one can highlight topics like questioning reality, mistrust of language, meditations on power relations in families, as well as on questions of space. All of them relate to the identity or the process of identification. Aesthetical and contextual identification also play a great role in his work as a curator.

Identity, politics and economics are factors within the curation and organization of a festival that are all dynamic and that shape the festival. So, what are factors that constantly exist? Ahmed El Attar’s answer is intuition, analysis and vision.

In the workshop during the Symposium “Show Me The World” in Munich, Ahmed El Attar is giving an idea of his work philosophy. He doesn’t seem to pay much attention to pedagogical principles. He is simply taking everybody very seriously, so the Saturday afternoon that was declared as a ‘workshop’ turns out to be a very interesting talk between theatre makers or festival organizers of different countries. Everybody has to tell a lot about the cultural work in his or her country; an exchange of experiences is what Ahmed puts centre-stage. This gives only an impression of his unconventional way of thinking and working.

Handling within and beyond conventions, identities, politics and economics is the challenge for Ahmed El Attar while curating an international festival of contemporary art in the Arab world. He is working in a transcultural context, constantly reflecting about it and being aware about difficulties and chances through this. However he does explicitly not consider himself as part of any theoretical discourse. Ahmed El Attar takes a pragmatic approach and is successfully programming the unique Downtown Contemporary Art Festival in Egypt.

 

Angelika Endres

 

 




Jelili Atiku

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'Show Me The World' – An encounter with Jelili Atiku


„Show me the world“ is the name for the symposium within the Spielart Festival 2015. It begins on a beautiful bright morning in the munich based museum Haus der Kunst and lets the attendees enter the world of cross-cultural curating with big expectations.

The first time I see Jelili Atiku, is when he channels his way through the rows of chairs in the conference room; his colourful African robe is standing out in between the white walls, he’s smiling and talking to his seatmate. It’s not until later that I get told, that he’s not only a curator, but also a Nigerian multimedia artist and a political activist, who mostly works in the fields of performance art, installations and statuary.

For Jelili Atiku these three fields are highly connected, which comes apparent during the lectures and workshops. He is a curator in order to show his art; but at the same time he is a political activist using the medium of art. Works like „Ewawo - The Nigerian Prisoner, Performance at Visual Arts Section, University of Lagos, Akoka, Lagos, Nigeria, 2004.“ are criticizing the conditions in Nigeria and are trying to create changes in the consciousness of the people. As a cross-cultural curator he tries to help viewers to understand the world and to expand their understanding experience and to activate and renew their lives and environment.

And that’s exactly what the „Kuratoren-Dialog“ is focusing on, which takes place on the second day of the conference: Jelili Atiku and the New York based curator Judy Hussie-Taylor are sitting next to each other on the stage of  Haus der Kunst, each holding a microphone in their hand  and are discussing their work as cross-cultural curators. The question that dictates the whole dialog is: „What is cross-cultural curating?”

For Judy Hussie-Taylor the answer is: „Always ask questions and try to approach the artists‘ ideas in what we wants to show and express“ – For Jelili however cross-cultural curating has another meaning; „curating“ means to activate memories and to design something new: It’s about generating productive energy.
His questions are therefore: „What happens around me? How to reconstruct the stereotypes? How can I reactivate the stereotypes? And how can I decolonize myself?

And these are the questions that the workshop, which takes place in a classroom of the Sankt Anna elementary school, are revolving around; It’s about the term decolonization, which is the center of all of Jelili Atiku’s work – his curating and his artistic and political work. According to Jelili we are all victims of colonial powers– not only in the political sense but also on a social level: We all have always been “colonized” through information, through relations and experiences. That’s why his message to the attendees of the workshop is: „Become naive again and liberate yourself from colonialization!” For Jelili a colonial power is a power, that forces us to „stand apart“.  Decolonization on the other hand means “progress“, creating new categories and to evolve: “shifting” is the key word of his curating process, which is in the course of the conference.

With Jelilis help we are trying to get to the bottom of the term decolonization – through playing together some games; because for Jelili Atiku curating is practice not a method and for us participants this playful, even naive approach to his work was definitely something new!
On the next day I have the chance to speak with Jelili in private. This private conversation at the Muffathalle in munic offers the participants the opportunity to ask him questions that were left unanswered during the symposium:

With a coffee in my hand I sit down next to him and ask him questions about his hometown Lagos, about his political performances, which he does in the streets of his town and about his work as a curator, which brought him to many different places around the world: I do too have the feeling now that I have seen a bit more of the world.

“Show Me The World” has not only fulfilled my expectations but thanks to Jelili I also learned about the practice of cross-cultural curating in a cross-cultural and global world of art. He is one of the few examples, that you can shift something in this capitalistic world without money but with a strong volition. Even if Jelili’s work as an artist, curator and political activist is more than precarious in his home town[1], it is just this power of his performances and artworks, which let him create a cross-cultural network with artists and curators and which brought him all around the world. His concept of decolonialisation himself as an artist, curator and simply as a human being let me think a lot about me and myself in a cross-cultural world and it is important for all of us to find the power of shifting ourself and open our body and mind for all the different experiences of the world.

Gwendolin Lehnerer



[1] Few weeks after the symposium „Show me the world“ Jelili Atiku was arrested over performance in Ejigbo,  Lagos State by a traditional ruler. To everyone’s great relief Jelili Atiku was remanded on bail on the next day. We stay in contact with him and hope that we can help him when he needs our help – this is only one of the things we need to learn from cross-cultural curating in the world of art.




Ong Keng Sen

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Ong Keng Sen – curating potentialities

In getting to know Ong Keng Sen and his approach to curating during SHOW ME THE WORLD in Munich, the thing that stuck to my mind the most were his thoughts on the interferences of art and usefulness. Not only did he challenge putting art to an use that might be commercial or government-friendly, he also called the use of art as an instrument for the production of politically relevant products into question. Doing Ong Keng Sens thoughts justice here is quite complex, as the process he talks about when explaining this concept of curating nothing (in reference to Jean Luc Nancys concept of “Nothing”) is a quite political and subversive one. But – and this is the main point – not political by the means of letting politics colonize the arts. Not by trying to generate products that are to be put to a political use but by the means of the process itself as subversive act.

To expound this while relating to his own working experience, Ong Keng Sen stated a difference  between two kinds of curation. Informal curating, represented by his FLYING CIRCUS PROJECT on the one side, formal curating represented by his work as director of the SINGAPORE FESTIVAL OF ARTS (SIFA) on the other. Existing since 1996 the FLYING CIRCUS PROJECT is a multi-disciplinary long term research project that brings artists together without the main goal of producing concrete results. As Ong Keng Sen later on explained in his working group, the context of this project allows subversive practices as wasting money and deconstructing value by for example spending Singaporean funds in Myanmar without generating any products, any use. These practices of curating potentiality rather than products are, according to Ong Keng Sen a lot harder to establish in the context of formal curating, meaning the context of the SIFA that he has been curating for the second time in 2015. In his work for this festival Ong Keng Sen had and has to face the pressure of curating for an audience as well as for the government, of creating use and products. While elaborating on strategies of curatorial resistance against the arts colonization by productivity, Ong Keng Sen pointed out three main goals of curation: Curating nothing, remaining enchanted (in reference to Jane Bennets concept of The Enchantment of Modern Life) and curating potentiality and latent power (rather than products).

Subsequently in his working group at the symposium we had the chance to further discuss the responsibilities of the curator and the question of how to prepare oneself for these responsibilities. Here Ong Keng Sen emphasized the importance of the transparency of curatorial decisions and the difficulty of neither acting as a figure of authority nor creating dependency when you are still the one “coming with the money” and deciding how it is spent. The central question remained: How can the curator escape neoliberal strategies of efficiency and evaluation? In relation to this we dug deeper into a concept that Ong Keng Sen had only mentioned briefly at the end of his talk: The curator as body and the embodiment of curation. In using this term Ong Keng Sen wanted to address that the curator as a body should not remain save and invisible putting others to the “frontline” but rather make her-/himself visible and vulnerable. Rather than denying the individuality of curatorial decisions and referring to a neoliberal framework of seemingly objective evaluation, she/he should be aware of and transparent with the fact that he is inhibited by all the things she/he has seen and experienced. Rather than pushing this fact away one should embrace these embodied references and in relating to them make curation much more than a series of clever ideas. While at the same time constantly questioning oneself, seeing the own curatorial body as problematic and – most important – not colonizing the artist for the sake of the own curatorial vision.

Taken as a whole, Ong Keng Sens talk as much as the discussion in the working group sensitized me for the many ways in which the arts can be – and often are – colonized: By a neoliberal greed for utility and market-value, by a political claim for relevance, by the audiences wishes of being entertained or educated, by curators seeking to fulfill their visions. So, if there is something like postcolonial curation it would be defined by a constant process of avoiding these pitfalls and temptations of colonizing the arts, of perpetually reminding oneself not to generate products – to whatever use they might be – but to instead curate potentialities.

Tamara Pietsch