ROCK TO THE CORE

Mamela Nyamza (Kapstadt)

 

11.11. 14.00-15.00 Uhr

MUCCA

 

Eintritt frei

 

Englisch

»CHASING RAINBOWS«

ROCK TO THE CORE ist eine von mehreren Abschlussproduktionen des SPIELART Festivals, die am 11.11.2017 der Reihe nach besucht werden können. Mehr dazu hier.

Der Fleur du Cap Theatre Award behauptet von sich, seit 1965 südafrikanische künstlerische Exzellenz auszuzeichnen – dass hierbei fast ausschließlich weiße Künstler*innen beachtet werden (52 von 70 Nominierten 2017), hat mit den Kriterien, nach denen Werke gesichtet werden, zu tun. Diese sind für schwarze Künstler*innen deutlich schwerer zu erfüllen, als für weiße. Mamela Nyamza, Chuma Sopotela, Buhlebezwe Siwani und Zikhona Jacobs protestierten bei der Preisverleihung 2017 gegen diese Diskriminierung. Die – vornehmlich männlichen – Reaktionen hierauf thematisierten die Outfits der Aktivistinnen, insbesondere deren nur von Netzstrumpfhosen bedeckten Beine und sprachen ihnen aufgrund dieser Bekleidung die Glaubwürdigkeit ab. Die vier nehmen dies zum Anlass, eine Performance zu kreieren, die über die Rockmusik als von weißen Männern geprägtes Genre verhandelt, welche Körper für bestimmte Präsentationen und Verhaltensweisen gefeiert und welche sanktioniert werden. In München zeigen die Künstlerinnen ein erstes Showing ihres Probenprozesses für ROCK TO THE CORE.



 

LESEN SIE MEHR:
Besetzung
Regie und Choreografie Mamela Nyamza Mit Chuma Sopotela | Buhlebezwe Siwani | Zikhona Jacobs | Indalo Bennet

 

Biografie
Mamela Nymaza, geboren in Kapstadt, durchlief eine klassische Tanzausbildung und tanzte in Musicals wie LION KING und WE WILL ROCK YOU. In ihren eigenen, autobiografisch geprägten Arbeiten setzt sie sich mit ihrem Status als „andere”, als schwarze Tänzerin sowie mit politischen und sozialen Themen, die ihre Heimat Südafrika betreffen, auseinander. Nyamza versteht sich auch als politische Aktivistin und engagiert sich in den Bereichen Sozialarbeit, Tanz- und Bewegungstherapie. Ihre Projekte werden international gezeigt und gefördert, unter anderem im Senegal, der Republik Kongo, den USA, Kanada, Deutschland, Slowenien und Österreich. Bei SPIELART war sie zuletzt 2015 mit WENA MAMELA zu sehen.

Indalo Bennet ist Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin und politische Aktivistin. Sie stammt aus  Khayelitsha in Kapstadt, einem Ort, der immer wieder Inspirationsquelle ihrer Arbeiten ist. Sie machte ihren Abschluss an der University of Cape Town, wo sie 2011 als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sich Indalo Bennet mit unterschiedlichen Seiten ihrer eigenen Identität auseinander. Sie sieht sich in einem beständigen Prozess des Lernens und begreift Kunst als Laboratorium, weshalb sie stets nach kollaborativen und experimentellen Arbeitszusammenhängen sucht. Ihren Arbeiten, die international gezeigt werden, wohnt das Bedürfnis inne, innere wie äußere Grenzen zu überwinden.


Zikhona Jacobs, geboren und aufgewachsen in Kapstadt, ist autodidakte Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin und schreibt Songs und kurze Theaterstücke. Zu ihren letzten Produktionen zählen BUT THE LAND, AMAZA, ONCE UPON A NATION, die One-Woman-Show SENTENCED PAIN und das Musical EGOLI, bei dem sie Co-Regisseurin und musikalische Leiterin war. Als junge Künstlerin, die sich in einem beständigen Prozess des Lernens sieht, bewundert sie Chuma Sopotela und lernt viel in der Zusammenarbeit mit ihr und auch mit Mamela Nyamza – über die Kulturindustrie sowie darüber, eine Künstlerin zu sein.

Die Performancekünstlerin Buhlebezwe Siwani besuchte in Johannesburg die Wit School of Arts und in Kapstadt die Michealis School of Fine Arts. In ihren Arbeiten stellt sie ihren eigenen Körper als Mittel des Protests sowie als Produkt von Strukturen der Macht zur Disposition. Die praktizierende iSangoma (spirituelle Heilerin) sieht ihre Kunst eng verflochten mit ihrer Spiritualität und beide als Mittel, eigene Narrative zu finden, aus denen sich Geschichte, Identität und Politik formen lassen.

Chuma Sopotela ist Tänzerin, Puppenspielerin und Performancekünstlerin, die in Kapstadt lebt und arbeitet. Sie gewann zahlreiche Preise im In- und Ausland, ihre Arbeiten sind Teil zahlreicher kollaborativer Prozesse mit unterschiedlichen europäischen Theaterhäusern und -festivals. Sie trat am Royal Shakespeare Courtyard Theatre in London auf, performte auf Einladung der Königin am Königspalast in Amsterdam und spielte für Nelson Mandela an dessen neunzigstem Geburtstag. Chuma Sopotelas Fokus liegt auf multidisziplinären Arbeitsprozessen in der Vernetzung von Afrika, dem Mittleren Osten und Europa.

 

Produktion und Realisierung
Produktion Gogetfunding Backers Koproduktion SPIELART Realisierung gefördert im Fonds Turn der Kulturstiftung des Bundes und vom Goethe Institut