GADAT

Hasan und Husain Essop (Kapstadt)

 

31.10. 19.00-20.00 Uhr

Rathausgalerie Kunsthalle

 

Eintritt frei

 

Uraufführung | Künstlergespräch nach der Vorstellung

 

Arabisch mit Handzetteln in deutscher und englischer Sprache

»CHASING RAINBOWS«

Das Ratib-al-Haddad (GADAT) ist eine melodiöse Abfolge von Koranversen, die von Muslimen weltweit rezitiert wird. Jedoch ist es für die Kapmalaien, eine muslimisch geprägte ethnische Minderheit Südafrikas, von besonderer Bedeutung: Als zu Kolonialzeiten die Ausübung des Islam verboten war, gaben sie das gemeinsame Singen als Konzert aus – so gelang die offene Glaubensausübung und Gemeinschaftsbildung. Hasan und Husain Essop spielen mit dieser historischen Ambivalenz, indem sie das GADAT in den Kunstkontext überführen, innerhalb dessen es sich dennoch der Einordnung entzieht: Männer, teils in traditionellen Gewändern, treffen sich zum gemeinsamen Gesang. Manch einer kommt zu spät, Wasserflaschen werden herumgereicht, Kinder verteilen Süßigkeiten. Ob die Zuschauer*innen Zeugen eines religiösen Rituals, eines Konzertes oder einer Performance werden, bleibt unklar. In der Rathausgalerie Kunsthalle ist GADAT als Videoinstallation mit Live-Gesang des vor Ort anwesenden Hasan Essop zu sehen.

 

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Besetzung
Von Hasan und Husain Essop Mit Hasan Essop

 

Biografie
Die Zwillinge Hasan und Husain Essop leben und arbeiten in Kapstadt. Ihre fotografischen Arbeiten befassen sich aus stets neuer Perspektive mit der Rolle des Individuums in der Gesellschaft. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Identitätsbildung junger muslimischer Männer innerhalb einer säkularisierten Umgebung. Auf ihren Fotografien sind stets nur sie selbst zu sehen, da der Islam das Abbilden des menschlichen Körpers verbietet. Durch das Einhalten dieser Vorgabe entstehen Arbeiten, die persönlich und dennoch in hohem Maße politisch sind.

 

Produktion und Realisierung
Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und vom Goethe Institut