ZIG ZIG

Laila Soliman (Kairo)

 

29.10. 17.00-18.15 Uhr hinzufügen

30.10. 20.00-21.15 Uhr entfernen

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Eintritt € 14,00 | Ermäßigt € 7,00

 

Künstlergespräch nach der Vorstellung am 30.10., moderiert von June Tan (Five Arts Centre Malaysia)

 

Englisch mit deutschen Übertiteln, arabische Passagen mit deutschen und englischen Übertiteln

 

Vor rund 100 Jahren, während der britischen Besatzung Ägyptens, wurde Nazlat al-Shobak, ein kleines Dorf in der Nähe von Giza, Ziel eines gewaltsamen Überfalls durch britische Soldaten. Ein Militärgerichtsprozess wurde einberufen, um die Anschuldigungen der Bewohner*innen, die Armee habe das Dorf geplündert und niedergebrannt, sie terrorisiert und fünf Prominente Ortsansässige ermordet, zu überprüfen. Unter den Zeuginnen, die einberufen wurden, waren unter anderem ein Dutzend Frauen, die von den Britischen Soldaten vergewaltigt worden waren. Im Laufe der darauf folgenden Monate griff die nationalistische Bewegung die Geschichten dieser Frauen in ihren Slogans und Pamphleten auf. Doch im politischen Diskurs um die Unabhängigkeit gingen diese schnell wieder unter und die Geschichte geriet schließlich gänzlich in Vergessenheit. ZIG ZIG ist eine Performance, deren Grundlage die Transkripte der Nazlat al-Shobak-Untersuchungen bilden. In Ermangelung Ägyptischer Quellen, die den Vorfall dokumentieren, wurden diese und andere Quellen, die mit der Revolution von 1919 zu tun haben, im britischen auswärtigen Amt gefunden. Die Performance ruft diesen Moment aus der Geschichte wieder ins Leben, überprüft die Aussagen über die Vergewaltigungen erneut, die von couragierten und mutigen Ägypterinnen gemacht wurden, die sich der Demütigung vor Gericht und den Blicken der Besatzungsmacht stellten, um die Wahrheit über die Grausamkeiten, die ihnen durch deren Soldaten angetan worden waren, ans Licht zu bringen. Fünf Performer*innen stellen Bezüge her zwischen diesem historischen Material und ihren persönlichen Erfahrungen mit heutiger Rape Culture und werfen die Frage auf, warum weibliche Narrative von sexueller Gewalt so häufig ungehört bleiben, bagatellisiert und als ungläubig dargestellt werden. Wie viel hat sich also wirklich verändert?

Veranstaltungshinweis: Bei CROSSING OCEANS führt Laila Soliman gemeinsam mit Neo Muyanga ein Gespräch zum Thema REPRESENTATION AT DIFFERENT STAGES.




 

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Besetzung
Regie Laila Soliman Perfamance Nadia Amin, Mona Hala, Reem Hegab, Zainab Magdy und Nancy Mounir Produzent, Schauspielcoaching und Lichtdesign Ruud Gielens Historische Recherche Katharine Halls Regieassistenz Hakeem Abdelnaeem und Habiba Makhlouf Kostüm Lina Aly Kostümassistenz Nashwa Maatouk Bühnenbildnerische Beratung Nagy Shaker Visual Research Consultant Heba Farid Technisches Management Omar Madkour Technikteam Mazen Mounib Ahmed Saleh, Hassan Eid und Mohamed Talaat Englische Übersetzung Katharine Halls Arabische Übersetzung Shadi El Hosseiny Posterdesign Adham Bakry Websitedesign Ola Abulshalashel Produktionsmanagement Ebtihal Shedid

 

Biografie
Laila Soliman lebt und arbeitet in Kairo als freie Theaterautorin und Regisseurin. Sie studierte zunächst Theaterwissenschaften und Arabische Literatur in Kairo, im Anschluss besuchte sie DasArts in Amsterdam. Ihre Arbeiten wurden in den vergangenen Jahren vor allem in Äqypten, Tunesien, Libanon, Syrien und Europa gezeigt. Ihr Stück EGYPTIAN PRODUCTS (2009) wurde in der Anthologie PLAYS FROM THE ARAB WORLD von Nick Hern Books und dem Royal Court Theatre, London, ihr Theatertext A DIARY IN SCENES: AND DON‘T FORGET NEVER TO WEAR TAMPONS AT A REVOLOUTION! in der in Theater der Zeit veröffentlicht (April 2011).

 

Produktion und Realisierung
Produktion SHISH (Brüssel /Kairo) Koproduktion Schweizerische Botschaft in Ägypten Büro für Internationale Zusammenarbeit (Kairo), HAU Hebbel am Ufer, Kaaitheatre (Brüssel), Forum Freies Theater Düsseldorf, BIT Teatergarasjen (Bergen), Zürcher Theater Spektakel, D-CAF (Kairo), House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union In Zusammenarbeit mit Mahatat for Contemporary Art (Kairo), 15/3 Studios (Kairo), Goethe-Institut (Kairo) Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes