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Muffatwerk | Gasteig

 

Alle Spielorte außer dem Studio 1 (im Muffatwerk) sind barrierefrei. 

 

CROSSING OCEANS

DISKURS- UND PERFORMANCE-WOCHENENDE ÜBER (POST)KOLONIALISMUS, IDENTITÄTEN UND VIELFALT

03.– 05.11.2017

Folgt man Achille Mbembe, Kameruner Philosoph und Autor des Buches KRITIK DER SCHWARZEN VERNUNFT, werden Unterschiede erst dann zu einem Problem, wenn man sie nicht als Tatsachen begreift, sondern in ihrem Namen Hierarchien und Klassifizierungen etabliert. Unterschiede seien dann nicht mehr Zeichen von positiv gesehener Einzigartigkeit, sondern dienten der Errichtung von Grenzen und der Abwehr vermeintlich äußerer Bedrohungen. Dagegen gelte es, als Ziel das „Zulassen so vieler Äußerungen des Menschlichen wie möglich“ zu setzen.

Unter dem Titel CROSSING OCEANS wird das zweite SPIELART-Wochenende zahlreiche der in den eingeladenen Produktionen aufgeworfenen Themen vertiefen. In Performances, Lectures und Diskussionen geht um das komplexe Fortwirken des Kolonialismus; die Organisation von Diversität in (Stadt)Staaten wie Singapur, Indien, Malaysia oder Südafrika sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Identitätspolitik nach ihrer Okkupation durch westliche rechtspopulistische Bewegungen, die im Namen des vermeintlich vernachlässigten weißen heterosexuellen Mannes sprechen. Die Frage, ob es in Politik, aber auch Kunst, ‚universelle Werte‘ gibt oder diese lokal modifiziert werden müssen, um nicht aufoktroyiert zu erscheinen, wird verhandelt; ebenso die Rolle Europas zwischen weiterhin verdränter kolonialer Vergangenheit‚ ‚Griechenlandkrise‘ und Brexit.

Welche Ideen lassen sich für eine Welt ohne Abschottung entwickeln und umsetzen? Achille Mbembe selbst ist optimistisch: „Wir haben in der Geschichte der Menschheit ein riesiges Archiv der Koexistenz, der Verschränkung und der Vermischung. Ich möchte behaupten, die Menschheit besitzt gewissermaßen eine lange Tradition der Ökumene, die wir noch nicht so erschlossen haben, wie wir es tun könnten.“


In Zusammenarbeit mit Tim Harrison (Manchester), Jay Pather (Kapstadt), Margarita Tsomou (Berlin/Athen)  

 

Die Veranstaltungen aus »CHASING RAINBOWS« werden gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes. Die Veranstaltungen aus »GIVE US BACK OUR VOICE« werden gefördert in der Allgemeinen Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes. Einzelne Veranstaltungen werden zudem gefördert vom
Goethe-Institut.